Die Weichen für eine große familienpolitische Maßnahme hat der Gemeinderat Dormitz gestellt und dazu einige weitreichende Beschlüsse gefasst. Wie in anderen Gemeinden besteht auch in Dormitz eine große Nachfrage nach Kindergarten- und Krippenplätzen. Gerhard Wittmann vom Planungsbüro Wittmann und Valier aus Bamberg erläuterte die Vorgehensweise für die Bauleitplanung sowie die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes in der Sebalder Straße. Im Vorfeld waren mit der Verwaltung geeignete Flächen für einen neuen Kindergarten gesucht worden. Letztlich hatte sich der Gemeinderat für den Standort im Bereich Sebalder Straße/Veilchenweg entschieden. Gerhard Wittmann stellte den Bebauungsplan für das 1840 Quadratmeter große Gelände vor, der anschließend für kontroverse Diskussionen sorgte. Kopfzerbrechen bereitete vor allem die Festlegung von Parkplätzen für die Beschäftigten vor der Kindertagesstätte. Karlheinz Thaler (parteilos auf der CSU-Liste) fragte, ob die Parkplätze unbedingt vor dem Kindergarten sein müssten. "Diesen Platz könnte man wesentlich besser nutzen, zum Beispiel, um den Kindergarten größer zu bauen", schlug Thaler vor.

Thalers Vorschlag

Christine Schmieder-Bänsch (FW) gab zu bedenken, dass ein Stellplatz für Behinderte zu berücksichtigen sei, und der sollte auf alle Fälle vor dem Kindergarten sein. "Warum müssen wir auf dem Gelände Parkplätze schaffen?", hakte Thaler nach, "wir könnten auf dem Flurstück 248/2 in der Sebalder Straße, das im Besitz der Gemeinde ist, Parkplätze schaffen. "Es ist doch nicht zu viel verlangt, zehn Meter zum Kindergarten zu laufen." Marianne Mirsberger (CSU) äußerte die Befürchtung, dass viele Eltern den Wendehammer im Veilchenweg als Wendeplatz nutzen und die Anwohner mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen konfrontiert würden. "Wir müssen die Anwohner mitnehmen", forderte Mirsberger. Bürgermeister Holger Bezold (FW) meinte: "Wir nehmen uns doch nichts, wenn wir heute den Flächennutzungsplan und Bebauungsplan beschließen." In der Detailplanung könnte man immer noch Änderungen vornehmen. "Versetzen wir uns in die Lage der Eltern, die für ihre Kinder dringend einen Krippen- und Kindergartenplatz benötigen. Wir werden Lösungen für alle Beteiligten finden, auch für die Anwohner im Veilchenweg, denn es gibt keine anderen Flächen für eine Kita in Dormitz", sagte Bezold. Dies sei der einzige Platz, der an ein allgemeines Wohngebiet angrenzt und nicht an ein Mischgebiet mit Gewerbeansiedlung. Dem Vorschlag, die Sebalder Straße im Bereich des Kindergartens als Spielstraße auszuweisen, konnte der Planer nicht befürworten. Die Voraussetzungen dafür seien nicht gegeben, ebenso wenig wie für einen Zebrastreifen. Letztlich beschlossen die Räte mit 12:2 Stimmen den Aufstellungsbeschluss und Erweiterung des Bebauungsplans "Sebalder Straße" sowie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Parkplätze am Kindergarten wurden beschlossen und der Streifen an der Sebalder Straße soll als zusätzliche Parkfläche genutzt werden.

Weiter wurde mit 12:2 Stimmen die vierte Änderung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan im Bereich "Sebalder Straße" und die frühzeitige Beteiligung Träger öffentlicher Belange beschlossen. Die Räte stimmten auch dem Antrag des Fußballclubs Dormitz auf einen Übungsleiterzuschuss in Höhe von 2224 Euro zu.