Vor der Tür zum Schützenkeller steht ein grünes Schild mit der Aufschrift "Liebe Gäste - Wir haben Betriebsurlaub vom 06.12. - 02.01.2015 bis bald Euer Team". Eigentlich nichts außergewöhnliches, doch die derzeitige Pächterin Monika Porter deutete in einem Gespräch mit infranken.de an, dass sie wohl ans Aufhören denkt, obwohl sie erst im März diesen Jahres den traditionsreichen Keller, der sich seit fast 176 Jahren im Besitz der Königlich Privilegierten Hauptschützengesellschaft (HSG) befindet, übernommen hatte.

Porter: "Wir bieten unseren Gästen jeden Tag Gerichte auf unserer Karte an, doch leider kommen viel zu wenig zu unserer Wirtschaft." Zudem bestätigt die Wirtin auch, dass Kontrolleure der Lebensmittelüberwachung die hygienischen Zustände in der Küche beanstandet hatten. "Hier verlangten sie eine Nachreinigung des Bodens."

Feier abgesagt
Die Makel hatten auch dazu geführt, dass das Ordnungsamt den Betrieb des Schützenkellers vorläufig untersagte. Dies zumindest bestätigt Reiner Hümmer, Vorsitzender der Schützengesellschaft Tell Forchheim, die am Freitag eigentlich im Lokal ihre Weihnachtsfeier abhalten wollte.

"Wir haben unsere Feier aus diesem Grund abgesagt", sagt Hümmer. Mittlerweile seien aber die Mängel in der Küche beseitigt worden, einer Wiedereröffnung hätte demnach nichts im Weg gestanden, dennoch macht die Pächterin Urlaub, hat sich dafür auch die erforderliche Erlaubnis der Hauptschützengesellschaft geben lassen. Deren Vorstand Johannes Kalusche weiß, dass die Schützenkeller-Wirtin ans Aufhören denkt, doch er erklärt: "Es gibt einen Pachtvertrag bis zum Jahr 2016. An ihm gibt es nichts zu rütteln. Die Pächterin kann uns aber einen Nachfolger präsentieren, dem wir dann zustimmen müssen, bevor wir den Vertrag mit Frau Porter vorzeitig auflösen."

Dass die Pacht für den Schützenkeller für einen profitablen Betrieb zu hoch sei, will Kalusche nicht gelten lassen. "Damit liegen wir im unteren Schnitt aller Keller." Nach Meinung des Vorstandes der Hauptschützengesellschaft hat der Forchheimer Kellerwald vielmehr ein strukturelles Problem. "Hier gibt es 23 Keller, einige davon laufen gut, andere nicht. Aber hier erfordert es das richtige Konzept. Wir müssen gemeinsam Lösungen erarbeiten."

"Keine Schnellschüsse"
Nur die einzelnen Keller zu sanieren, verbessere die Lage nicht. Daher steht Kalusche auch in Kontakt mit der Stadt. So hat er sich diese Woche mit Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) getroffen. Wie könnte ein neues Kellerwald-Konzept aussehen? Kalusche antwortet: "Tatsache ist, dass Schnellschüsse uns nicht weiter bringen. Aber ich kann mir vorstellen, dass ein Parkplatz im oberen Bereich - also nahe des Standortes des Schützenkellers - helfen könnte. Flächen dafür wären im Wald vorhanden."

Zuvor muss sich die Hauptschützengesellschaft Forchheim aber mit der Frage der nahen Zukunft ihres Kellers beschäftigen - mit welchem Team hier die Gäste bewirtet werden. Denn eines scheint so gut wie sicher: die derzeitige Pächterin wird diese Aufgabe nicht mehr übernehmen.