Bei der vergangenen Wahl waren zwei FDP-Kandidaten in den Stadtrat und einer in den Kreistag gewählt worden. Bei der Wahl am 16. März rechnet Körber "auf jeden Fall mit einem Zuwachs an Mandaten".
Zu den großen FDP-Favoriten auf einen Sitz im neuen Stadtrat muss neben Ex-MdB Körber und dem derzeit aktiven Rat Sebastian Platzek (Nummer zwei der Liste) auch Michael Scherer, der Onkel von Sebastian Körber, gezählt werden. Scherer war lange Jahre CSU-Mitglied und bis zu seinem Ruhestand städtischer Referatsleiter. Mittlerweile ist er FDP-Mitglied und kandidiert auf Platz vier der Stadtratsliste.

Da eine Kommunalwahl "wenig mit einer Partei, sondern mit den Namen der Kandidaten zu tun hat", wie Sebastian Körber betont, erhofft sich die FDP eine wachsende Gunst der Wähler. Denn erstmals bei einer Kommunalwahl stehen 40 Namen auf der FDP-Stadtratsliste. Vor sechs Jahren waren es 21, bei der Wahl zuvor nur 15.

Stadthalle als Sofortmaßnahme

"Die Gestaltung Forchheims sei in den letzten Jahren "sträflich vernachlässigt worden", kritisiert OB-Kandidat Körber und kündigt "neue Ideen" an. Mit fünf Themen wolle die FDP im Wahlkampf punkten.

Erstens: Eine "Vision für die ganze Stadt" werde vorgelegt. Die Gestaltung des Markt- und Paradeplatzes als Einheit sei nur ein Detail von vielen.

Zweitens: Auf den demografischen Wandel will die FDP mit einem "Masterplan für ein barrierefreies Forchheim" antworten. Vom Bahnhof über sämtliche Plätze bis hin ins Rathaus hinein soll sich die Barriere-Freiheit erstrecken.

Drittens: An erster Stelle einer "breiten Kulturpolitik" soll als "Sofortmaßnahme" der Bau einer Stadthalle oder eines neuen Veranstaltungsortes stehen.

Viertens: Das Stadtmarketing müsse entscheidend aufgewertet werden. "Forchheim verkauft sich schlecht", meint Körber und schlägt unter anderem vor, das Annafest als "immaterielles Weltkulturerbe" zu vermarkten - am besten gemeinsam mit der Stadt Bamberg und deren Weltkulturerbe.

Fünftens: Forchheimer Bürger müssten "weniger belastet werden" (Beispiel Friedhofsgebühren) und das "Geflecht der Entscheidungen in der Stadt" klar verstehen können. Derzeit sei dies nicht möglich. Abhilfe schaffen soll unter anderem eine neue Homepage der Stadt - und ein neuer "oberster Bürger" der Stadt.

Sebastian Körber: "Ein Oberbürgermeister muss transparent sein." Der OB-Kandidat betont, dass es der Stadt "gut geht", was etwa die Wirtschaftspolitik betreffe; was aber fehle, sei "ein Masterplan für die Stadt". Bisher reagiere die Politik "nur, wenn der Druck groß ist". Das wolle er ändern: "Ich stehe für die Zukunft dieser Stadt."