Die Arbeiten für das Annafest 2017 begannen ziemlich genau an dem Tag, als das Annafest 2016 zu Ende war. "Sich um das Annafest zu kümmern ist ein Fulltime-Job, 365 Tage im Jahr, natürlich minus Urlaub", sagt Franz Streit (CSU), der seit Jahren als Fest-Bürgermeister gilt. "Schon unter Alt-OB Stumpf habe ich diese Aufgabe bekommen und habe sie auch nach Absprache mit Uwe Kirschstein weiterhin inne." Streit betont aber auch, dass vor allem das Ordnungsamt um Klaus Backer und Sigrid Mauser immense Arbeit leisten. "Wir arbeiten permanent auch am Sicherheitskonzept", sagt Franz Streit. Und Klaus Backer führt aus, dass sich die Situation der Feste insgesamt stark verändert habe.


Taschenkontrollen angekündigt

Im vergangenen Jahr waren aufgrund der Entwicklungen Sofortmaßnahmen ergriffen worden; für dieses Jahr sind diese in der Festordnung festgeschrieben, also zu Dauermaßnahmen geworden. "Damit können die Sicherheitskräfte und Polizisten jederzeit Taschenkontrollen durchführen", erklärt Backer. Es wird aber keine Kontrollpunkte wie zum Beispiel auf der Bergkirchweih geben. Selbst mitgebrachte Getränke, Waffen und auch Pfefferspray sind auf dem Festgelände verboten. "Es wurde im vergangenen Jahr ja auch über Rettungsinseln für Frauen diskutiert", erklärt Backer in diesem Zusammenhang, "aber wir haben uns gezielt dagegen entschieden, da das Gelände einfach zu weitläufig ist." Dafür habe man aber sämtliche Annafest-Beteiligten sensibilisiert. "Wenn sich eine Frau belästigt fühlt, muss sie so nicht zu irgendeiner Rettungsinsel laufen, sondern kann den nächsten Schausteller, Security, Kellner oder so ansprechen." Von diesen sind immer welche in der Nähe.

Um die Anzahl der Einsatzkräfte zu planen, wurden die Annafest-Tage in T-Plus-, T-Minus- und T-Tage untergliedert. An den vollen Tagen sind dann bis zu 40 Männer und Frauen vom Ordnungsdienst gleichzeitig im Einsatz. Hinzu kommen die Polizisten und Feuerwehrleute. Auch die Feuerwehrkräfte wurden um das doppelte verstärkt. "Für die Sicherheit ist alles Erdenkliche getan", versichert Backer. An den Zufahrtsstraßen werden Betonsperren errichtet und eine neue Wetterstation soll frühstmöglich vor einem Unwetter warnen. "Wenn ein Sturm aufkommen sollte, dann sind wir so aufgestellt, dass innerhalb einer Minute das ganze Gelände informiert wäre", sagt Backer. Und sollte es einen Stromausfall geben, springt ein Notaggregat an, sodass eine Beleuchtung der Straßen gewährleistet bleibt. "Ich sehe dem Fest in Ruhe entgegen", sagt er.


Hoffnung auf gutes Wetter

Seit Jahren steht übrigens das gleiche Riesenrad auf dem Annafest, nämlich das der Familie Drliczek. Michael Drliczek ist auch eine Art Sprecher der Schausteller. "Es sind alle zufrieden, der Aufbau lief reibungslos ab", sagt er. Nun hoffe man nur auf gutes Wetter.

Neu auf dem Annafest wird es dieses Jahr unter anderem ein 7-D-Kino geben, verspricht Sigrid Mauser. "Der Schausteller hat mir versichert, dass das einmalig in Deutschland ist." Die Auswahl der Fahrgeschäfte und die Vergabe der Stellplätze für die Schausteller ist jedes Jahr sehr spannend. Drei bis vier Mal so viele Bewerbungen wie Plätze gehen jedes Jahr ein.
Glücklich zeigen sich die Organisatoren darüber, dass alle Keller besetzt sind. Das sei nicht so einfach gewesen. Der Gottla-Keller, der offiziell nicht mehr zum Kellerwald gehört, bleibt in diesem Jahr aber geschlossen. Im vergangenen Jahr war er geöffnet, hatte aber nicht den erwarteten Zuspruch erhalten.

Am Freitag wird um 17 Uhr auf dem Schindler-Keller das erste Fass angestochen. In diesem Jahr kommt es von der Brauerei Hebendanz. 150 Frei-Maßen werden dann vom Oberbürgermeister und seinen Helfern verteilt. Danach feiern die Forchheimer und ihre Gäste bis zum 31. Juli täglich. Die Fahrgeschäfte fahren ab 13 Uhr, auf den Kellern wird meistens aber schon Mittagstisch angeboten.


Rund ums Annafest


Annafest-Führungen Wer mehr über das Annafest, die Keller und das Drumrum erfahren möchte, kann am Montag, 24., und am Freitag, 28. Juli, jeweils um 15 Uhr an der Annafest-Führung teilnehmen. Die Führung kostet pro Erwachsenen 4 Euro und beginnt an der Infotafel am Fuße des Kellerwaldes. Sie führt unter anderem auch zu verschiedenen Schaustellern und gewährt Blicke in einige Keller.

Annafest-Buch Zum 175. Annafest wurde 2015 ein Buch mit allem Wissenswerten rund um das Annafest herausgegeben. Darin erfährt der Leser viel über die verschiedenen Keller, über die Historie des Fests und was den Charme ausmacht. Das Buch gibt es für 16,80 Euro in der Tourist-Information Forchheim.