Er ist der Klassiker unter den Weihnachts-Jobs: Der Kaufhaus-Nikolaus. Rainer Busch ist eigentlich Wachmann im Globus-Markt - aber er schlüpft schon seit vier Jahren regelmäßig am 6. Dezember ins rote Kostüm, klebt sich den Rauschebart an, hängt den Sack um und beschenkt die (meist braven) Kinder mit kleinen Gaben.
"Eigentlich ist das eine Marktlücke", erzählt der (Weihnachts-) Mann, der selber keine Kinder hat: Denn die Papas hätten heute oft keine Zeit mehr den Nikolaus zu spielen - und die Mamas kämen deshalb in Scharen mit ihren Kleinen in den Globus-Markt um ihnen dort das Nikolaus-Erlebnis zu gönnen.

Wobei Rainer Busch die Erfahrung gemacht hat, dass die kleinen Jungs mehr Respekt vor dem Nikolaus haben als die Mädchen. Das mag wohl daran liegen, dass die Buben mehr auf dem "Kerbholz" und damit öfters ein schlechtes Gewissen haben"Die stehen oft wie erstarrt da, wenn ich sie frage, ob sie mit der Mutter gestritten haben - und wundern sich mit großen Augen, woher ich das weiß", berichtet der Saison-Rauschebart, der auf 400-Euro-Basis arbeitet. Stundenlohn: 10 Euro!

Geschenk-Fee packt glanzvoll ein

Und es gibt bei Globus noch andere Minijobs: "Wir haben beispielsweise samstags einen Einpackservice an den Kassen", berichtet Personalleiter Thorsten Goldhahn. Vor allem Schüler und Studenten verdienen sich hier etwas dazu. Diese Aushilfskräfte organisiert Globus durch die Agentur "Friendly-Service". Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, mit denen man seine zur Weihnachtszeit gewohnt strapazierte Geldbörse wieder aufpäppeln kann. Beispielsweise so, wie es die 17-jährige Sarah Auer tut: Beim Geschenk-Einpackservice im Müller-Markt.

Seit Mitte November ist die Realschülerin zwei mal in der Woche für jeweils fünf Stunden damit beschäftigt , die Einkäufe der Kunden in Geschenkpapier zu hüllen, um mit einem glanzvollen Schleifchen aus einem Produkt ein Präsent zu zaubern. "Das macht Spaß", versichert die junge Frau, die durch einen Schaufenster-Aushang zu ihrem Job gekommen ist. Der Stundenlohn bei dieser 400-Euro-Tätigkeit liege zwischen sieben und acht Euro, erläutert Marktleiterin Jacqueline Rohloff. Die Einstellungs-Voraussetzungen: Mindestalter 16 Jahre, mit Erlaubnis der Eltern - und Verpacken muss man können!" Sie habe für diesen Job eigentlich noch keinen männlichen Bewerber gehabt, gibt die Chefin lachend zu. Dafür wird der Einpack-Service gerne vom starken Geschlecht mit zwei linken Händen in Anspruch genommen.

Zusätzliche Hilfskräfte

"Wir stellen jedes Jahr Weihnachtsaushilfen ein", berichtet die stellvertretende Marktleiterin Kathrin Schroll. Weil sich die Warenlieferungen zur Weihnachtszeit verdoppeln und verdreifachen werden beispielsweise zusätzliche Einräum-Teams eingestellt. "Auch das Kassenpersonal wurde aufgestockt", betont Kathrin Schroll. Die Saisonkräfte werden im Müller-Markt alljährlich für die Monate November und Dezember eingestellt: Schüler, Studenten, Hausfrauen - zumeist auf 400-Euro-Basis. Davon ist die Hälfte der Aushilfskräfte schon regelmäßig zu Weihnachten mit dabei. "Personalprobleme gibt es nicht", betont die stellvertretende Marktleiterin.

Was die Lohnsteuerhilfe rät

"Grundsätzlich gibt es bis Ende Dezember noch den Minijob auf 400-Euro-Basis", erklärt Dieter Opitz vom Lohnsteuerhilfeverein in Forchheim. Hierfür muss der Jobber keine Abgaben abführen. Aber aufgepasst: Ab Januar treten Neuregelungen in Kraft (siehe Informationen unten ).

Geringfügige Beschäftigung

Der 400-Euro-Job gilt als geringfügige Beschäftigung. Wer bereits einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgeht, darf nur eine einzige geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben, damit diese sozialversicherungsfrei bleibt. Werden hingegen neben der Hauptbeschäftigung mehrere Mini-Jobs ausgeübt, dann bleibt nur einer davon Sozialversicherungsfrei, die anderen unterliegen hingegen wegen der Zusammenrechnung mit der Hauptbeschäftigung der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Kurzfristige Beschäftigung

Neben der geringfügigen Beschäftigung gibt es noch die Möglichkeit der kurzfristigen Beschäftigung. "Sie liegt vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist", zitiert Dieter Opitz aus dem Merkblatt zur kurzfristigen Beschäftigung. Darunter fallen vor allem Saisonjobs. Die Höhe des Verdienstes ist bei der kurzfristigen Beschäftigung nicht begrenzt!
Die komplexen Regelungen der beschriebenen Beschäftigungsverhältnisse bringt Lohnsteuerexperte Dieter Opitz auf einen kurzen Nenner: "Für alle Mini-Jobs - das heißt 400 -Euro-Jobs und kurzfristige Beschäftigungen - gilt derzeit grundsätzlich die Steuerfreiheit". Allerdings: "Für jedes Klientel - ob Rentner, Pensionäre , Beamte, Selbständige oder Hartz-IV-Empfänger - ist eine eventuelle Zuverdienstgrenze zu beachten", gibt Opitz zu bedenken. "Ich rate dazu, in jedem Einzelfall die Sachlage zu klären", betont der Experte. Schlau machen kann man sich bei Steuerberatern oder dem Lohnsteuerhilfeverein.
Neuregelung
"Gute Nachrichten gibt es zum Beispiel für Mini-Jobber", berichtet Beratungsstellenleiter Dieter Opitz vom Lohnsteuerhilfeverein in Forchheim. So wird zum 1. Januar die Arbeitslohngrenze bei geringfügiger Beschäftigung von 400 auf 450 Euro angehoben.
Waren Minijobs bislang nur auf Antrag versicherungspflichtig, ist es ab kommendem Jahr genau umgekehrt: Minijobs sind dann grundsätzlich versicherungspflichtig in der Rentenversicherung und können nur auf Antrag befreit werden, erklärt Dieter Opitz.
Midi-Jobs
Für die sogenannten "Midijobber" wurde die Gleitzone von bislang 400 bis 800 auf künftig 450 bis 850 Euro erhöht. Innerhalb dieser Gleitzone gilt für Arbeitnehmer
ein ermäßigter Beitragssatz zur Sozialversicherung, so dass niedrigere Sozialversicherungsbeiträge anfallen als in einem regulär sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.