Das Programm, das der Neunkirchner Carnevals Verein an dem Abend bietet, ist abwechslungsreich und bunt. Dass die Prunksitzungen nicht mehr bis auf den letzten Platz gefüllt sind, weiß der Vereien selbst. Doch tosenden Applaus gab es für alle Gardemädchen, die mit ihren Solotänzen, Gardetänzen und Showtänzen die Gäste begeisterten und bezauberten. Das begann bereits mit der Jungengarde, die gleich zu Beginn einheizten. 22 Mädchen im Alter von zwölf bis 15 Jahre wirbelten über die Bühne, faszinierten mit ihrer Choreographie, ihren Saltos und Spagaten. Mit Kindheitserinnerungen ging das Programm weiter, sowohl tänzerisch als auch inhaltlich.


Kindheitserinnerungen werden wach

Steffen Habel und Heiko Dierks, die durchs Programm führten, erinnerten an die mutigen "Ninja Turtles" und an die Glücksbärchen, die im Fernsehen vor Jahren viele Kinder begeisterten. Doch die beiden fast gegensätzlichen Figuren zusammenbringen? Den "Junge Wilden" gelang es mit ihrem Tanz. Die einen als Ninjas verkleidet, die anderen im Bärchenkostüm mit großen runden Ohren am Kopf, sich gegenseitig auch mal umarmend. Ein liebevolles "oohh" raunte da durch den Saal.

Auch inhaltlich ging es mit "Kindheitserinnerungen " weiter. Und das war ziemlich neu im Programm. Sieben Mädchen aus der Kindergarde, im Alter von acht bis zwölf Jahren brachten drei Sketche hintereinander. Eine Teekanne stand auf einem Tisch, wohl an einem öffentlichen Platz. Ein Mädchen hatte die Kanne vorbereitet und ging weg, damit der Inhalt ziehen konnte. Ein anderes Mädchen kam, hatte Durst, trank einen Schluck und regte sich über das abscheulich schmeckende Getränk auf. So ging es weiter, jeder schimpfte auf den Inhalt. Wer wissen möchte, was in der Kanne war, hat Gelegenheit, diesen Sketch bei der zweiten Prunksitzung zu genießen. Die Lacher des Publikums waren jedenfalls auf der Seite der Mädchen, die auch mit den anderen Sketchen begeisterten.

So spielten sie eine Horde Cowboys, die von ihrem Anführer einem "Wissenstest" unterzogen worden. Oder sie haben ein Känguru gefunden und gehen mit ihm spazieren, bis ein Ordnungswärter die seltsamen Spaziergänger trifft. Einen ganz besonderen Applaus erhielten die beiden jüngsten Tanzmariechen Emma Habel und Finja Kirsten. Die beiden sechsjährigen Mädchen meisterten ihren Auftritt souverän und professionell. Beide sind seit 2016 in der Garde aktiv. Auch die Tanzmariechen Merle Prechtl und Pauline Zantop und das Tanzmariechen Nina Fischer, sie tanzte den Vampir, brachten das Publikum zum Beben.


Gender auf die Schippe genommen

Seit etlichen Jahren wird europaweit die Gleichberechtigung voran getrieben. Ein bizarres und witziges Thema zugleich, das unter dem Schlagwort "Gender" nicht unbekannt ist. Das Thema auf die Schippe genommen haben Kerstin Städler und Ingrid Schönmüller, die von der Dame eines Meinungsforschungsinstituts aufgeklärt wurde, wann man überhaupt noch der oder die vor ein Namenwort setzen darf und wie es neutral korrekt wäre. Selbst für das Gebet "Vater unser" wurde eine Genderversion aufgezeigt.


Nächstes Jahr feiert NCV 50. Geburtstag

Mit der perfekten Filmszene ging es weiter durch den Abend der Sketche. Die Große Garde begeisterte, ebenfalls die Jugendgarde, die mit ihrem Showtanz durch 1001 Nacht führte. Alice im Wunderland tanzten die 22 Mädels von der Kindergarde. Auch nach der Pause wurde weiter gewitzelt und getanzt. Sprichwörter war eine Bütt, die Zulassungsstelle wurde auch parodiert. Die "Bösen Jungs" zeigten "ein ganz normales Training" und die NCV-Frauen befassten sich mit bekannten Schlager. "Wie hat dir das Ambiente gefallen, wie das Programm und was kann man verbessern?" - Das wollten die Verantwortlichen des NCV von den Gästen wissen. Denn der nächste Fasching soll ein ganz besonderer werden, dann feiert der NCV seinen 50. Geburtstag.