Die Gemeinde Hausen bei Forchheim gilt als einer der bekanntesten Trachtenorte des Regierungsbezirks Oberfranken und pflegt diesen Ruf seit Jahrzehnten mit vielerlei Aktivität. Im Rathaus, an der Schule, im Dorfmuseum und beim Hausener Wahrzeichen, dem Wasserrad in der Regnitz, wird die Tracht öffentlichkeitswirksam herausgestellt. Seit den 1920er Jahren suchten Heimatforscher nach Wurzeln und Vorbildern dieser Tracht.

Doch schon in den 1950er Jahren stellte der Hausener Heimatforscher Konrad Kupfer resignierend fest: "Genauere Beschreibungen aus früherer Zeit sind sehr selten." Auch weitere Beiträge hatten bisher große Lücken, weil fundierte Beschreibungen für die Hausener Bekleidung der Zeit vor 1842 fehlten, als sie in das Blickfeld der bayerischen Verwaltung rückte und mehrfach als Beispiel für eine angeblich aussterbende "Volkstracht" herausgestellt wurde.

Aus dem Stadtarchiv Nürnberg

Als Heimatpfleger der Gemeinde Hausen möchte Gerhard Batz diese Lücke schließen mit einer Auswertung und Analyse von über hundert Inventaren aus der Zeit von 1570 bis 1806, die im Stadtarchiv Nürnberg vorliegen. Sie ermöglichen einen Einblick in das Kleidungsverhalten der ländlichen Bevölkerung von Hausen.

Zur Illustration konnte er dabei auch das Bild einer Hausener Bäuerin aus dem Jahr 1805 zeigen, auf der man erkennen kann, dass diese alte historische Kleidung noch wenig mit der späteren farbenprächtigen Hausener Tracht zu tun hatte.

Bei seinem Forschungsprojekt wurde er unterstützt von der Trachtenberaterin des Bezirks Oberfranken, Birgit Jauernig, dem ihr Arbeitgeber es ermöglichte, maßgeblich wissenschaftliche Beratung zu leisten.

Der Autor Gerhard Batz bedankte sich ausdrücklich bei ihr und dem Bezirk im Rahmen der Vorstellung des 160-seitigen Büchleins mit dem Titel "Bekleidung im Dorf Hausen 1570 - 1806", die gemeinsam mit dem Heimat- und Trachtenverein Hausen im Café "Amboss" in Hausen stattfand. Ebenso bedankte sich der Autor bei Heidrun Alzheimer vom Lehrstuhl für Europäische Ethnologie der Universität Bamberg, die im Rahmen der Schriftenreihe "Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte" die Arbeit herausgab.

Weitere Recherchen

Das Ergebnis des Forschungsprojekts von Heimatpfleger Batz soll als Grundlage dienen, mit nachfolgenden weitergehenden Recherchen mehr zur Entstehung der Hausener Tracht herauszufinden. Daher präsentierte der Autor in einem anschließenden Vortrag auch die Inhalte und Themen, die in den noch in Arbeit befindlichen weiteren Veröffentlichungen behandelt werden sollen.

Zum Schluss äußerte er die Hoffnung, dass die ausschließlich auf das Dorf Hausen begrenzten Ergebnisse ebenso für die Betrachtung der Bekleidung in anderen Regionen Frankens hilfreich sein werden. Das Buch ist zum Preis von zehn Euro im Buchhandel, bei der Gemeinde Hausen und beim Heimat- und Trachtenverein Hausen erhältlich.