Seit Neujahr um 6 Uhr morgens ist die neue BRK-Rettungswache im Gewerbegebiet Büg bei Eggolsheim schon im Betrieb. Und die Sanitäter hatten seither viel zu tun. "Seit wir begonnen haben, haben wir 110 Einsätze gefahren. Das sind knappe 115 Einsatzstunden", erklärt Josef Kern, der im Kreisverband Forchheim des BRK der stellvertretende Rettungsdienstleiter ist.

Innerhalb von zwölf Minuten muss der Rettungswagen laut bayerischer Vorgabe überall im Landkreis Forchheim vor Ort sein. Das aber war beispielsweise in Hallerndorf nicht immer der Fall.

Empfehlung aus München

Das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) der Universität München empfahl deshalb in einem Gutachten aus dem Jahr 2012, die Rettungswache an ihrem jetzigen Standort in der Büg zu errichten. Dank der neuen Rettungswache sind die Versorgungswege nun kürzer als bisher.

Am Samstag wird die neue BRK-Rettungswache und die Wasserwachthalle in Eggolsheim-Büg durch Pfarrer Daniel Schuster und Pfarrer Ulrich Bahr vor geladenen Gästen offiziell eingeweiht.

Die Wache selbst ist rund um die Uhr mit zwei Rettungssanitätern besetzt. Zur Rettungswache gehört auch eine Fahrzeuggarage mit direktem Zugang zum Haus. Dort ist ein Rettungswagen untergebracht, der bisher in Forchheim stand.

Bodenbeschichtung fehlt

Direkt daran angebaut ist eine Wasserwachthalle, um dort Boote und Gerätschaften unterzustellen.
Sie steht gegenwärtig aber noch leer. Fahrzeuggarage und Wasserwachthalle sind noch nicht ganz fertig, es fehlt die Bodenbeschichtung. Das neue Gebäude ist in Containerbauweise errichtet.

Das war nötig geworden, nachdem die Bauzeit nicht länger als ein halbes Jahr betragen durfte.
Das Rote Kreuz hat die neuen Räumlichkeiten auf eigene Kosten errichtet. 500.000 Euro kostet der Bau unter dem Strich.

Zuschüsse vom Landratsamt gab es allerdings lediglich für die Wasserwachthalle. Geheizt wird mit Gas. "Die Räumlichkeiten sind so, wie wir sie uns vorgestellt haben", freut sich Kern.

Im Lagerraum sind Medikamente und medizinische Gebrauchsgegenstände untergebracht. "Das Hauptlager befindet sich in Forchheim", erläutert Kern und erklärt, dass die Bestände peinlich genau im Computer über ein Lagerprogramm dokumentiert werden.

In einer Umkleidekabine können sich die Sanitäter umziehen. Im Aufenthaltsraum mit Küche warten die Helfer dann auf ihre Einsätze.

Schleuse gegen Ansteckung

Die Rettungswache verfügt über keine Funkverbindung. Die BRK-Sanitäter werden über Meldeempfänger durch die Leitstelle benachrichtigt.

Darüber hinaus gehören zwei Ruheräume und zwei Sanitäranlagen zum Gebäudekomplex. "Eigentlich sind es drei, wobei die dritte Sanitäranlage zur Desinfektionsschleuse gehört", erklärt der Stellvertretende Rettungsdienstleiter. In der Schleuse müssen sich die Helfer desinfizieren, wenn sie beispielsweise mit ansteckenden Krankheiten zu tun hatten.

130 Quadratmeter misst die BRK-Wache. 70 Quadratmeter ist die Fahrzeuggarage groß, während die Wasserwachthalle 120 Quadratmeter misst.
Die Gemeinde Eggolsheim ist neben Ebermannstadt und Forchheim die dritte Rettungswache des BRK im Landkreis Forchheim. "Nun können wir eine bessere Versorgung der hinteren Bereiche gewährleisten", verspricht Kern.