An der Wiesent tobt ein Streit: Naturschützer kritisieren den Kanutourismus, unter dem die Flora und Fauna des Gewässers enorm leiden würden - die drei örtlichen Kanu-Verleiher hingegen fühlen sich zu Unrecht angegriffen. Der Bund Naturschutz in Forchheim befeuerte den schwelenden Konflikt nun erneut.

In einem offenen Brief schlägt die BN Kreisgruppe Forchheim - mit scharfen Worten - Alarm und macht den Boots-Unternehmen und dem Landratsamt teils schwere Vorwürfe. "Die Schifffahrts-Verordnung wird missachtet und ignoriert! Der Patient Wiesent liegt auf der Intensivstation! Ein Kollaps ist nur noch eine Frage der Zeit!", warnt Ulrich Buchholz, der BN-Kreisgruppen-Chef. Er bezieht sich dabei auf die neue Schifffahrtsgenehmigung des Landratsamts.

Der offene Brief des BN stößt bei den drei Kanu-Verleihern im Wiesenttal auf viel Unverständnis. "Wir reden über komplexe Zusammenhänge. So eine Bilanz halte ich für verfrüht und für faktisch gar nicht machbar", meint Martin Maier, der den Kanu-Verleih Aktiv Reisen in Muggendorf betreibt. Die Unternehmer könnten vor allem nicht verstehen, warum der BN explizit die örtlichen Anbieter im Wiesenttal als vermeintliche Umweltsünder darstelle, anstatt einen konstruktiven Austausch miteinander zu suchen.

Die Hintergründe zum Streit über Kanufahren auf der Wiesent, den offenen Brief des BN und die Stellungnahmen der Kanu-Verleiher und des Landratsamts lesen Sie auf inFranken.dePLUS.