Am späten Freitagnachmittag hatten rund 2000 Haushalte in Forchheim Probleme mit ihrer Wasserversorgung. Es kam nur wenig oder gar kein Wasser aus der Leitung. "Wir hatten einen Rohrbruch an einer Hauptleitung", erklärt Christian Sponsel, der bei den Stadtwerken Forchheim für die Netze zuständig ist.

Bei dem betroffenen Rohr handelte es sich um eine Hauptversorgungsleitung aus dem Wasserschutzgebiet Zweng. Aus bisher ungeklärter Ursache sei ein 40 Zentimeter großes Stück aus dem Rohr herausgebrochen. Um 16.45 Uhr registrierten die Stadtwerke, dass der Durchfluss ungewöhnlich hoch ist. Das war das erste Anzeichen für das Leck in der Leitung, erklärt Sponsel.


Überschwemmte Straße

Noch bevor der Wasserversorger den Rohrbruch selbst lokalisieren konnte, meldeten Passanten, dass die Steinbühlstraße überschwemmte wurde. Das Wasser trat aus dem Boden heraus und überflutete auf Höhe der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße die Parkplätze und das angrenzende Firmengelände des Entsorgungsunternehmens Fritsche.

Die Freiwillige Feuerwehr Forchheim wurde gegen 16.50 Uhr alarmiert, berichtet Kreisbrandrat Oliver Flake, der den Einsatz mit rund 20 Feuerwehrleuten leitete. "In der Halle stand das Wasser rund 30 Zentimeter hoch", erinnert er sich. Die Einsatzkräfte sicherten zunächst die überflutete Stelle und leiteten die Wassermassen mit Sandsäcken ab.

Gegen 18.45 Uhr nahmen die Stadtwerke Forchheim das kaputte Rohr vom Wassernetz. "Das kranke Stück wurde evakuiert", erläutert Sponsel. Dadurch normalisierte sich die Wasserstörung für die Forchheimer Haushalte wieder.

Anschließend konnten die Feuerwehrleute das Wasser aus dem Keller der Entsorgungsfirma abpumpen. Zur Unterstützung wurde die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen, die ein spezielles Hochwasserschadensmodul hat, hinzugerufen.


Autos versanken im Pflaster

Gleichzeitig mussten die Einsatzkräfte gemeinsam mit dem Abschleppdienst sechs parkende Autos bergen, die wegen der überspülten Straße festsaßen. Hierbei nutzen die Feuerwehrleute auch Hebekissen, da die Pkws im aufgebrochenen Pflaster eingesunken waren, erklärt Flake. Auch ein Berater vom Technischen Hilfswerk war im Einsatz. Eine Fachfirma war zudem mit "Spezialgerät bei einem vollgelaufenen Ölabscheider" der Entsorgungsfirma tätig.

Gegen 22.08 Uhr konnte das letzte Fahrzeug erfolgreich geborgen werden. Im Laufe des Samstags ersetzten die Monteure der Stadtwerke Forchheim das gebrochene rund 1,50 Meter große Rohrstück. Seit Samstagmittag läuft wieder Wasser durch die Hauptleitung und auch die beiden angrenzenden Gewerbebetriebe werden wieder versorgt.

Bevor die Straße erneut zugemacht wird, prüfen die Mitarbeiter der Stadtwerke, ob das Ersatzrohr dicht bleibt. Bis dahin bleibt die Steinbühlstraße voraussichtlich bis Dienstag oder Mittwoch gesperrt.


Ursache noch unklar

Bei der maroden Hauptleitung handelt es sich um ein Gussrohr aus dem Jahr 1955, so Sponsel. "Normalerweise halten solche Rohre rund 80 Jahre." Warum das Rohr am Freitag gebrochen ist, müsse nun die Schadensauswertung ergeben.

Mögliche Gründe könnten der Schwerlastverkehr in der Steinbühlstraße oder ein Einbaufehler sein. "Solche Rohrbrüche sind glücklicherweise eine Ausnahme", meint der Mitarbeiter der Stadtwerke. Vergleichbare Lecks in einer Hauptleitung in Forchheim habe es im Jahr 2000 und davor 1997 gegeben.