Von Julia Heimberger

"Die Rote Bete ist ein echt gesundes Wintergemüse, eine richtige Powerknolle", schwärmt Sabine Lamprecht, Ernährungsberaterin am Klinikum Forchheim. Im Rahmen ihrer Arbeit empfiehlt sie regelmäßig Patienten die Knolle, da in dieser Folsäure, Eisen, Kalium, Zink, die Vitamine A, B und C, Magnesium, Jod, Kalzium, Natrium, Phosphor, Zink und Ballaststoffe enthalten sind. Für Schwangere ist die Bete gut geeignet, da 200 Gramm pro Tag 50 Prozent des Tagesbedarfes an Folsäure decken, einem wichtigen Stoff für die kindliche Entwicklung.

Für Diabetiker geeignet

Diabetiker können durch den mittleren glykämischen Index ebenfalls profitieren, da der Blutzuckerspiegel durch die geringe Kalorienzahl von nur 40 Kilokalorien pro 100 Gramm nur langsam steigt. Sabine Lamprecht betont, dass Personen mit der Neigung zu Nierensteinen nicht zu viel davon essen sollten, da die Bete viele Nitrate enthalte und dadurch die Bildung von Nierensteinen begünstigt. Die Ernährungsberaterin isst regelmäßig rote Bete als Salat mit Feta-Käse und Walnüssen, welche zusätzlich essenzielle Fettsäuren liefere.

Der Ernährungsberater Jochen Schwarz aus Forchheim mag rote Bete am liebsten als Rohkostsalat, mit Äpfeln, Meerettich und Sahnedressing. "Denn in der rohen Knolle sind noch alle Inhaltsstoffe drin", meint Jochen Schwarz.

Gemüse für Sportler und Personen mit Bluthochdruck

Aus seiner Sicht sei Rote Bete ideal für Sportler und zur Behandlung von Bluthochdruck. Das enthaltene Nitrat erweitere die Blutgefäße und würde dadurch die Blutversorgung verbessern. Für den Sportler bedeutet das, dass seine Leistungs- und Belastungsfähigkeit steigt. Ein echtes Gesundheitsdoping mit Geschmack könne man nach Aussage von Jochen Schwarz erreichen, indem man Rote Bete mit Stangensellerie, Rettich oder Radieschen als Rohkostsalat zubereitet.

Bei einem Blutdruckpatienten führt das Nitrat zu einer Senkung des zu hohen Blutdrucks. "Ein halber Liter Saft, am besten mit Apfelsaft gemischt, reicht da schon aus", erklärt der studierte Ernährungsberater. Neben den vom Arzt verordneten Medikamenten sollte der Patient jeden Tag Rote-Bete-Saft trinken und notieren, wie sich der Blutdruck im Laufe von mehreren Wochen entwickelt. Wenn sich die Werte verbessern, könnte man nach Rücksprache mit dem Arzt oft auch die Medikamentendosis verringern.

Zu viel Eisen im Blut ist toxisch

Wer jedoch unter der Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose leidet, sollte nicht zu viel Rote Bete essen, da diese sehr viel Eisen enthält. Erhöhte Eisenwerte im Blut gelten generell als Risikofaktoren für Arteriosklerose, Herzinfarkte, Krebs und Demenz. "Zuviel von etwas kann man eigentlich nicht essen", meint Schwarz. Wer auf Vorrat koche, kennt das Phänomen sicher: Am ersten Tag schmeckt die Suppe toll, am zweiten Tag gut und am dritten Tag "hängt sie einem zum Hals raus", schmunzelt Schwarz. So schütze sich der Körper vor "zu viel" von einem Inhaltsstoff. Seinen Kunden legt er eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie wenig Fleisch ans Herz. "Hören Sie ruhig auf Ihren Appetit, der Körper ruft damit nach etwas, das er braucht", erklärt Schwarz. In seinem Speiseplan sei das Wintergemüse weiterhin regelmäßig zu finden.