Das Klinikum Forchheim ist laut Pressemitteilung das einzige Krankenhaus, dem die Ehrung "CIO des Jahres 2017" dieses Jahr zuteil wurde. Der Begriff CIO stammt aus dem englischsprachigen Raum und steht für "Chief Information Officer", also Leiter Informationstechnologie. Er nimmt die Aufgaben des strategischen und operativen Managements der Informationstechnik (IT) wahr.

Den Preis "CIO des Jahres" hat der Verlag "IDG Business Media" in München ausgelobt, der die Zeitschrift Computerwoche und das CIO-Magazin herausgibt. Mit der Auszeichnung werden die Köpfe hinter Digitalisierungsprozessen in Unternehmen gewürdigt, die innovative Projekte, neue Produkte und den damit verbundenen Wandel erfolgreich umsetzen. Die Preisverleihung fand im Hotel "Bayerischer Hof" statt.


Digitalisierung zum Patientenwohl

Marco Reich zählt zu den erfolgreichsten CIOs, weil er die Digitalisierung als Mittel zur Verbesserung der Patientenversorgung und Effizienzsteigerung zu nutzen weiß. Er erklärt: "Es macht wenig Sinn, die Patientenakte erst bei der Entlassung digital zu archivieren, nur um gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen oder Lagerräume einzusparen. Wir müssen schon von Anfang an einen digitalen Workflow abbilden - eben bei der Aufnahme der Patienten ins Klinikum."

Die Vorteile, die allein die digitale Patientenaufklärung hat, liegen auf der Hand: Die Fragen, beispielsweise nach Vorerkrankungen oder Allergien, können auf mobilen Geräten stark vergrößert werden und alle hier erfassten Informationen sind im Krankenhausinformationssystem schnell für jeden einsehbar.

Während des Krankenhausaufenthaltes werden Daten wie Laborwerte, Vitalzeichen, Medikationen und vieles mehr in der sogenannten "Patientenkurve" digital gesammelt und sind ebenfalls mobil für die Visite verfügbar. Der behandelnde Arzt muss nicht mehr zum Computer laufen, denn er hat alle Daten am Visitenwagen vor sich. Das aufwendige Suchen von Daten entfällt.

Auch bei der Wunddokumentation - wie entwickelt sich eine Wunde im Laufe des Krankenhausaufenthaltes? - werden die Bilder jetzt mit Hilfe von iPad aufgenommen und in der elektronischen Patientenakte gespeichert.


Datensicherheit

Beim Zugriff der Mitarbeiter auf das Krankenhausinformationssystem liege laut Pressemitteilung der Schwerpunkt auf der Datensicherheit. So müsse sich jeder Mitarbeiter persönlich anmelden.

Dies sei erst der Anfang, versichert Marco Reich: "Ich will nicht nur Papier sparen, sondern Arbeitsabläufe nachhaltig optimieren, so dass mehr Zeit für die Patientenversorgung bleibt." Das Klinikum hat auch bereits über externe Kommunikation Mehrwerte generiert, sei es über die digitale Datenübertragung aus dem Rettungswagen oder über die Möglichkeit einer zusätzlichen Patientenakte, in der Termine vereinbart oder Dokumente wie Arztbriefe aufgerufen werden können. Mit seinem vierköpfigen Team und externen Beratern arbeitet er bereits an der Umsetzung.

Krankenhausdirektor Sven Oelkers freut sich über die Auszeichnung für Marco Reich: "Gerade der Bereich IT und Digitalisierung stellt eine der großen aktuellen Herausforderungen für die Kliniken dar."