Schon eine ganze Woche trainieren die Nachwuchsartisten des "Zirkus Schnauz" für ihre Aufführungen. Eine Gruppe probt gerade ihren Ablauf. Aufgestellt in einer Reihe hintereinander lässt ein Mädchen nach dem anderen die Hände sinken. Auf Kommando scheren sie abwechselnd nach links und rechts aus. In der Gruppe ist auch ein Kind mit einer Behinderung. Sie verliert etwas den Überblick, aber die Nachbarin nimmt sie schnell an der Hand und lenkt sie in die richtige Richtung.

Der Zirkus ist ein jährlich wiederkehrendes integratives Projekt des Kreisjugendrings (KJR) in Zusammenarbeit mit der Offene Behindertenarbeit Forchheim (OBA) und dem Zirkus Mumm. Zirkuspädagogen helfen den Kindern und Jugendlichen, ihre Kunststücke vorzubereiten. Auch die Betreuer des KJR sind die komplette Woche über mit der Gruppe im "Indianerlager" in Gräfenberg, wo alle zusammen in Zelten übernachten, essen, trainieren und spielen.

Jeden Tag gibt es mehrere Trainingseinheiten und gemeinsame Essenszeiten. Alle sind gespannt auf die Generalprobe am Freitag. In den Pausen zwischen den Proben bereiten sie zusammen mit ihren Betreuern die Ausstattung für die Kulisse und Zubehör für die Show vor.

"Es ist wichtig, dass die Kinder die Gestaltung selbst übernehmen, da es ja ihre Vorstellung ist", erklärt die leitende Betreuerin, Tina Zöberlein. Der Auftritt steht immer unter einem bestimmten Motto, das aber erst am Abend verraten wird.

Alle packen mit an

Die 50 Teilnehmer im Indianerlager sind zwischen acht und 15 Jahren alt. Sieben von ihnen sind Kinder, die bei der Lebenshilfe untergebracht sind. Sie bekommen sowohl Unterstützung von den Betreuern, als auch von den anderen Teilnehmern, vor allem von den älteren. Die Distanz zwischen den Kindern mit und ohne Behinderung sinke nach den ersten Tagen immer weiter, berichtet Zöberlein.

Der Umgang sei dann "nicht mehr seltsam, sondern wird etwas ganz normales", sagt die leitende Betreuerin. Alle dürfen sich aussuchen, bei welchen Kunststücken sie mitmachen wollen.

Es gebe keine Beschränkung - auch nicht für die Kinder mit Behinderung. "Geht nicht, gibt's nicht!", meint Zöberlein. Sollte einem ein Kunststück nicht so gut gelingen oder gibt es Probleme beim Training, helfen sich alle untereinander. Die kleinen Artisten haben sich in Gruppen aufgeteilt und üben je zwei der Disziplinen ein.
In jeder Gruppe sind zwischen sechs und zwölf Kinder. Es gibt je drei Trainingseinheiten am Vormittag und am Nachmittag. Die erste Vorführung ist am Freitag, 8. August, um 19 Uhr und die zweite am Samstag, 9. August, um 14 Uhr. Karten gibt es direkt an der Zeltkasse.

Eine Stunde vor Beginn gibt es noch Essen vom Grill und Kuchen. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder ab 3 Jahren 4 Euro (mit Ferienpass: 3,50 Euro). Die Artisten freuen sich auf viele Zuschauer.