Lagerfeuer flackern, Fackeln beleuchten die Wege um Schloss Thurn, ein ganze Zeltstadt gruppiert sich um den Schlossgraben, steht mitten im Barockgarten und auf der Terrasse vor dem Romantiksaal.

Der Akzente-Martinimarkt weckt Assoziationen an ein großes Adelstreffen vor Jahrhunderten. "Wir setzen bewusst auf Lichter und Dunkelheit", sagt Veranstalter Roberto Barrabas über sein Konzept. Es verbindet Marktatmosphäre mit historischem Ambiente. Dafür ist das Areal um das barocke Schloss Thurn nahezu ideal. Vor allem auch, weil ein Teil der Gebäude in das Markttreiben einbezogen werden kann.

Ausstellern gefällt's hier

"Ich fühle mich sehr wohl", sagt deshalb auch Zoltan Barabas, der im Foyer des Schlosses seine Wiener Jugendstilllampen adäquat präsentieren kann. Seit 25 Jahren ist er auf Antiquitätenmessen unterwegs; mit einem Zelt - wie sonst auf Märkten üblich - käme er nur schlecht zurecht.

"Ich find's romantisch", sagt Elisabeth Goller aus Reutlingen. "Wir sind extra 300 Kilometer weit gefahren", fügt sie augenzwinkernd an. Der wirkliche Grund ist ein Familienbesuch und die Tochter führte die Mutter als Highlight, wie sie sagt, auf den Martinimarkt. Beide sind beeindruckt von der Schlossanlage und der Stimmung, die die Marktbetreiber mit vielen, ganz unterschiedlichen Lichtquellen geschaffen haben. "Bei uns gibt es sowas nur in Hallen oder mal um eine "Kirche rum", vergleicht sie mit dem Angebot ihrer schwäbischen Heimat. Der Vergleich fällt eindeutig zugunsten von Schloss Thurn aus.

"Das Konzept ist gut", bestätigt auch ihr Schwiegersohn Florian Lipfert, der seine Rolle eher als Begleiter zweier die Romantik liebende Damen. Lipfert liegt auf einer Linie mit Sven Jamecsny. Er betreibt in Wermuthausen eine Weinkellerei und eine Brennerei und vermarktet seine Produkte direkt. Da das Dörfchen bei Rothenburg weit ab vom Schuss liegt, betreibt er keinen Hofladen, sondern besucht Märkte der Saison. Für ihn ist der Akzente-Martinimarkt auf Schloss Thurn der Einstieg ins Weihnachtsgeschäft.

Dem Aussteller kommt es offenbar zupass, dass die Veranstaltung bewusst "vor dem Trubel der Weihnachtsmärkte" platziert ist. "Die Besucher sollen sich vor dem Weihnachtsstress umschauen können, sich einstimmen, gucken, die Atmosphäre genießen und auch Dinge erwerben können, die man schon vor Weihnachten um sich haben möchte", beschreibt Barrabas die Terminwahl. Und dafür wollen der Neunkirchner und sein Team das Nötige tun, um das richtige Ambiente zu schaffen, von der Ortswahl bis zur kleinteiligen und liebevollen beweglichen Ausstattung.