Roland Eismann, Chef der Bauverwaltung, erinnerte den Stadtrat am Donnerstag: Die Kommune habe im Planfeststellungsverfahren gefordert, die Wände ab einer Höhe von drei Metern generell transparent zu gestalten.
Die Antwort der Autobahndirektion: Transparente Wände sind um die Hälfte teurer und absorbieren weniger Lärm. Das heißt, die gegenüberliegenden Anwohner kriegen den Lärm ab, den die Wand reflektiert. Daher werde die generelle transparente Variante ab einer Höhe von drei Metern abgelehnt. Stattdessen schlug die Direktion vor: Transparenz ab fünf Meter Höhe und dafür eine um 188 Meter verlängerte Wand.
Der Schwachpunkt dieses Vorschlags: Durch die verlängerte Wand werde mehr Transparenz für die Bewohner östlich der Autobahn erzielt, aber gleichzeitig weniger Lärmschutz für die Anwohner im Westen, erläuterte Roland Eismann.

Daher schlug Manfred Hümmer (FW) vor (was nach einstündiger Debatte auch beschlossen wurde), der 188-Meter-Wand zuzustimmen - unter einem Vorbehalt: Die Autobahndirektion müsse für jene Kosten aufkommen, die westlich der Autobahn durch passiven Schallschutz (Fenster) entstehen. Anita Kern (SPD) war dennoch nicht einverstanden: Die Bürger im Westen seien dazu gehört worden, die im Osten nicht. Dort gebe es keine Beschwerden, erklärte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO).
"Wir kämpfen gegen Riesen." So kam es Sabine Dittrich vor. Die FGL-Rätin war "enttäuscht", dass die Autobahndirektion an den Wünschen der Stadt Forchheim vorbeiarbeitet: "Der Flüsterbelag wird nicht konsequent umgesetzt."
Die Kommune halte an ihrer Forderung fest, den Flüsterasphalt im gesamten Stadtgebiet aufzutragen, sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO). Gleichzeitig machte er den Stadträten wenig Hoffnung, dass dieser lärmmindernde Belag tatsächlich von Ortsgrenze zu Ortsgrenze aufgetragen wird.

Kapitulation?

Die juristische Konstruktion hinter der Auseinandersetzung mit der Autobahndirektion verärgerte Reinhold Otzelberger (SPD): Die Verweigerer des Flüsterasphalts beriefen sich auf eine Regelung von 1972. "Wir kapitulieren vor 43 Jahre alten Gesetzen", protestierte der SPD-Fraktionschef und schlug den Klageweg vor. Auch Karl-Heinz Fleckenstein (CSU) zeigte sich kämpferisch, weil er glaubt, dass die Lärmschutz-Debatte juristisch falsch begründet ist: Immerzu werde behauptet, Forchheim habe beim Bau der A73 die falschen Verkehrsprognosen abgegeben. Dabei sei die Straße im Jahr 1972 erst mal gar nicht als Autobahn geplant gewesen, sondern als Schnellstraße. Daher habe der aktuelle Streit um die Nachbesserung des Lärmschutzes den falschen Ausgangspunkt, meinte Fleckenstein.
Unabhängig davon stimmte der Stadtrat (gegen die Stimmen von Reiner Büttner und Anita Kern, beide SPD) dafür, die von der Autobahndirektion vorgeschlagene Bauweise zu akzeptieren. Unter der Bedingung, dass die Direktion für den passiven Schallschutz der Bürger westlich der A73 aufkommt.