Das Gasthaus Sponsel war am Abend zum Bersten gefüllt. Das Motto der ersten Vernissage von Georg Neutzner aus Kirchehrenbach: "Regional und anderswo". Oder auch "Regional und nachhaltig". "Ich dachte mir, da Nachhaltigkeit gerade im Trend liegt, verwurste ich das auch gleich bei meiner Ausstellung mit", erklärte der 66-jährige, pensionierte Lehrer bei seiner Eröffnungsrede mit einem Schmunzeln.

Wichtig war ihm aber auch, dass es keine typische Ausstellung werden sollte. "Ich wollte, dass gegessen, getrunken und auch Musik gemacht wird. Das war mir wichtig", schilderte Neutzner. Mit Erfolg. Die musikalische Unterstützung mit Wolfgang Harrer, Corinna Harrer und Andreas Ringel präsentierte, ganz passend zum Thema, Musikalische Highlights aus aller Welt. Mit "Country Roads", dem "Traum von Amsterdam" oder Jonny Cashs "Ring of Fire” wussten sie die knapp 120 Besucher zu unterhalten.

Von A - wie Amsterdam bis W- wie Walberla

In den Zwischenzeiten, wenn die Musiker gerade den Standort wechselten, waren natürlich Neutzners Linolschnitte der Mittelpunkt. Viele Besucher wanderten quer durch die Gaststätte um die Motive von A - wie Amsterdam bis W- wie Walberla betrachten zu können. "Angefangen habe ich mit den Linolschnitten schon vor über 40 Jahren", erzählte Neutzner. "Damals habe ich einen Linolschnitt von meiner Hochzeit angefertigt und an alle Freunde und Verwandte geschickt. Das war persönlicher als ein Foto. Und viele haben daraufhin angefragt, ob ich für sie nicht auch Linolwerke anfertigen könnte." Das habe er dann als Ansporn genommen.

Auch sein Sohn habe ihn dazu ermuntert. "Ich habe meinen Sohn in New York besucht und er meinte dann, ob ich nicht einen Linolschnitt anfertigen könnte, den er verschenken darf. Und so hat sich das immer weiterentwickelt", meinte er.

Jeder Druck ein Unikat

An einem Linolschnitt sitzt er zwischen zwei und vier Tagen. "Das ist unterschiedlich, je nachdem wie aufwendig das Motiv ist", erklärte er. Spannend werde es aber jedes Mal beim Drucken. "Jeder Druck ist ein Unikat. Und mehr als 30 bis 40 Drucke von einem Motiv sind auch nicht möglich, da die Qualität ab einer bestimmten Anzahl anfängt, zu leiden." Das Besondere an seinen Werken ist aber der persönliche Bezug. "Jeder Linolschnitt basiert auf einem eigenen Foto, welches ich auf meinen Reisen geschossen habe", erzählte Neutzner stolz.

Was zukünftige Projekte angeht, gab er sich noch zurückhaltend. "Ich lasse das jetzt erstmal auf mich zukommen. Aber abgeneigt wäre ich nicht", meinte er schmunzelnd.