Für die Sanierung der Hallerndorfer Grund- und Mittelschule musste der Gemeinderat zusätzliche Aufträge vergeben. Der Architekt Andreas Konopatzki versicherte den Gemeinderäten, dass sich hinsichtlich der Zuschüsse für die Generalsanierung die Regierung von Oberfranken sehr entgegenkommend zeige.

Er versprach nicht nur eine sichere, sondern gleichzeitig eine kostengünstige Lösung bei der Sanierung: "Wir versuchen, nicht alles auszubauen, sondern einzukapseln." Schließlich koste die Entsorgung schadstoffbelasteter Stoffe bis zu 1000 Euro pro Tonne: "Das ist immens."

Ein Abriss der Schule wäre jedoch noch teurer für die Kommune. Die Gemeinderäte müssten in einem solchen Fall mit Entsorgungskosten von mindestens sieben Millionen Euro rechnen, erklärte Konopatzki.

"Was ausgebaut werden kann, sollte raus", ist sich Claudia Kraus (WG Trailsdorf) sicher, da andernfalls später noch höhere Entsorgungskosten zu zahlen wären. Sie ist der Meinung, dass mit einer Verkapselung der schadstoffhaltigen Bauteile das Problem nur auf später verschoben werde.

"Wir werden sämtliche Schadstoffe ausbauen, an die wir hinkommen", versicherte Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG). Verkapselt würde nur dort, wo ein Ausbau aus statischen Gründen nicht möglich sei.

In den Fugen verwendet

Die Schadstoffe stammen ursprünglich aus den Materialien, die in den Fugen verwendet wurden, erklärte Konopatzki, sie sind allerdings inzwischen auch in den Beton diffundiert. Ein Ausbau tragender Bauteile wäre der "Weg der Angst" und damit weder vernünftig noch wirtschaftlich, urteilte der Architekt. Er erklärte den Gemeinderäten das Verfahren der Einkapselung.

Hierbei dient Aktivkohle als Pufferstoff und nimmt im Lauf der Zeit all die Schadstoffe auf, die sich im Beton befinden. In 20 bis 50 Jahren sind dann sämtliche Schadstoffe gebunden. Dann könne die kontaminierte Aktivkohle in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt werden, prognostizierte Konopatzki, und der Beton werde nicht mehr als Sondermüll eingestuft.

Knappe Grenzwerte

Heutzutage entscheiden knappe Grenzwerte, ob ein belasteter Baustoff in einer Deponie gelagert werden darf oder ob er in blaue Fässer verfrachtet tief in der Erde eingelagert werden muss. "Wir wollen nicht nur die Sicherheit für die Kinder gewährleisten, sondern auch wirtschaftlich handeln", bekundete der Architekt. Allerdings müsse Hallerndorf mit Mehrkosten von rund vier Millionen Euro rechnen. Da diese Kosten förderfähige Beträge sind, könne sich die Gemeinde der Unterstützung der Regierung sicher sein, erläuterte Konopatzki.

"Die Schulräume sind nach der Sanierung absolut sicher", entgegnete der Architekt auf die entsprechende Frage von Werner Fischer (WG Hallerndorf). Zusätzlich werde später eine hohe technische Raumluftausstattung für eine hohe Qualität der Luft in der Schule sorgen: "Damit stellen wir von vorneherein sicher, dass die Räume für die Schüler völlig unbedenklich sind."

Schutz der Arbeiter

Damit die am Bau beteiligten Firmen trotz der Schadstoffe weiterarbeiten können, muss ein sogenannter "Schwarzbereich" an den Fenstern der alten Turnhalle eingerichtet werden. Dafür wird der mit Asbest belastete Bereich abgedichtet und abgesperrt. Sowohl die dort arbeitenden Personen als auch das abgebaute Material werden erst mittels Duschen und Dekontaminationsanlagen gereinigt, bevor sie - dann unbelastet - wieder an die frische Luft gelangen.

Für die Asbestsanierung im Bereich der Fenster der alten Turnhalle erhielt die Firma Steringer aus Epfenbach (Rhein-Neckar-Kreis) den einstimmigen Zuschlag der Gemeinderäte. Sie hatte mit 50 759 Euro das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt.

Die notwendige Einrüstung übernimmt die Firma Aktiv-Gerüstbau aus Bamberg zum Angebotspreis von 4595 Euro, entschieden die Gemeinderäte einstimmig.

Asbest in den Bodenbelägen

Da auch in den Bodenbelägen der späteren Mittags- und Ganztagesbetreuung Asbest gefunden wurde, muss der Ausbau von Estrich, Kleber und Bodenbelag unter den Bedingungen der technischen Regeln für Gefahrstoffe erfolgen. Hier legte wieder die Firma Steringer mit 16 707 Euro das günstigste Angebot vor. Die Gemeinderäte votierten einstimmig.

Sind die Fußböden ausgebaut, müssen anschließend sämtliche Flächen und die Raumluft gründlich gereinigt werden. Nur so lasse sich nachweisen, dass alles frei von Schadstoffen sei, erläuterte Konopatzki. Damit die Entsorgung nicht teurer als notwendig wird, sollen sämtliche Komponenten einzeln entfernt werden: "Nicht der Estrich ist der Übeltäter, sondern der Kleber", wies der Architekt darauf hin, dass - gemessen an der gesamten Bausubstanz - Asbest nur in relativ geringen Mengen vorhanden ist.

Wassereintritt

Ebenso genehmigten die Gemeinderäte ein besonderes Fugenband zur Abdichtung des Kelleranbaus, das mit Mehrkosten von 9371 Euro zu Buche schlägt. Statiker und Architekt halten es für dringend erforderlich, zumal es bereits zu Wassereintritt im Bereich der Baugrube und des Bestandsgebäudes kam. "Das auftretende Schichtwasser stellt erhöhte Anforderungen an die Abdichtung", erklärte Andreas Konopatzki. Später wird die Drainage das Wasser vom Gebäude wegleiten, das jetzt noch aus der Baugrube gepumpt werden muss.

Gerhard Bauer (WG Hallerndorf) forderte den Architekten auf, er solle sich Gedanken darüber machen, wohin das Schichtwasser geleitet werden soll. Werner Fischer wollte wissen, ob es nicht einfach in die Aisch geleitet werden könne. "Dafür müssten erst wir eine entsprechende Leitung bauen", wies der Bürgermeister darauf hin, dass hierfür die Abwasserleitungen im Boden liegen.

Wie viel Wasser tatsächlich kommt, hängt von den Niederschlägen ab, ist sich der Architekt sicher: "Die Wassermenge können wir erst dann richtig messen, wenn die Drainage liegt."

Bauantrag von Liapor

Zur Gemeinderatssitzung lag den Räten in Hallerndorf ein Bauantrag der Firma Liapor vor: Das Unternehmen will auf dem Betriebsgelände ein Tonmehlverladesilo bauen. Sämtliche Gemeinderäte befürworteten das Vorhaben.