Mit großer Zustimmung hat der Gemeinderat Langensendelbach den ersten umfassenden Tätigkeitsbericht des Behindertenbeauftragten aufgenommen. Seit Anfang 2017 vertritt Bernhard Leisgang auf stille, aber aufmerksame Weise die Interessen der Menschen mit Behinderungen jeglicher Art. Obwohl selbst auf den Rollstuhl und die Hilfe seiner Frau Monika angewiesen, kennt er besser als jeder andere die Bedürfnisse von Senioren mit Gehwagen, Gehörlosen oder Sehbehinderten. Als er vor dem Gremium sprach, war die Aufmerksamkeit groß wie selten. Leisgang erläuterte seine Tätigkeit, wo es Probleme gebe und wo Verbesserungen erzielt worden seien. Als wichtige Handlungsfelder sprach Leisgang die Antragstellung bei Schwerbehinderung, Pflegegrad oder die Kontrolle und Besprechung der Pflegebescheide an. Auch die gestiegene Zahl der Schwerbehinderten von 239 im Jahr 2017 auf 365 Ende 2019 zeige, wie wichtig die Arbeit eines Behindertenbeauftragten in der Gemeinde ist. Nicht nur für seinen schriftlichen Bericht, sondern auch für seine Ausführungen vor den Räten erhielt Leisgang viel Lob. Bürgermeister Oswald Siebenhaar (FW) sprach von einer "klasse Arbeit" und nannte es lobenswert, dass Leisgang diese Tätigkeit ehrenamtlich verrichtee.

Erweiterung in Bräuningshof

Mit dem Bauantrag zur Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Bräuningshof befasste sich der Rat in seiner Sitzung. "Das Bauvorhaben fügt sich in die bestehende Bebauung ein", sagte der Bürgermeister. Wichtig , um diese Erweiterung umsetzen zu können, sei die Abstandsflächenübernahme der angrenzenden Nachbarn gewesen. Ohne diese Zustimmung der Familie Schmitt-Wild wäre die Erweiterung nicht möglich gewesen. Für die dort stehenden Glascontainer muss ein alternativer Standort gesucht werden. Einstimmig verabschiedete das Gremium die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses.

Raumnot in Mittagsbetreuung

Auf die drohende Raumnot für die Mittagsbetreuung reagiert die Gemeinde mit der Umnutzung des Schularchivs als neuen Raum. "Da die steigenden Schülerzahlen in den vorhandenen Räumen nicht mehr betreut werden können, ist es dringend erforderlich, neue Räume zu schaffen", erklärte Siebenhaar. Die Kinder seien jetzt schon auf sehr engem Raum untergebracht. "Dass die Zahl der Schüler, die über die Mittagszeit an der Schule betreut werden, drastisch gestiegen ist, hat uns alle überrascht", gab Siebenhaar zu, "es musste eine schnelle Lösung aufgrund des Platzmangels her ." Damit die Galerie in der Schule weiterhin genutzt werden kann, erfolgt die Erschließung des Raumes über einen separaten Zugang. Damit, erläuterte Siebenhaar, seien ein direkter Rettungsweg ins Freie und der Brandschutz gewährleistet. Dem stimmten die Räte zu und beauftragten das Planungsbüro Sauer und Harrer mit der Planung.

Parkplatzsituation

Die Parkplatzsituation zwischen Schule und Kindergarten beschäftigte das Gremium außerdem. Behindertenparkplätze, zwei Ladesäulen, überdachte Fahrradständer, Buswartehäuschen, Feuerwehrzufahrt sowie 34 Stellplätze vor der Schule umzustrukturieren erweise sich ohne Hilfe eines Planungsbüros als sehr schwierig, bekundete das Gremium. Deshalb soll das Planungsbüro Sauer und Harrer die Planungsleistungen dafür erstellen.

Autos gemeinsam nutzen

Autos nur dann nutzen, wenn man sie braucht, das ist das Prinzip des Carsharings, auf Deutsch "Autoteilen", so Bürgermeister Siebenhaar. Er informierte über verschiedene Anbieter und deren Konzepte. Doch wann lohnt sich das überhaupt?, fragten sich einige Räte. Die Kosten pro gefahrenem Kilometer belaufen sich zwischen 30 und 35 Cent. Die Reichweite liegt bei circa 200 Kilometern und würde auf alle Fälle im Kurzstreckenbetrieb ausreichen, so die Feststellung der Räte. Der Standort wäre immer am Rathaus bei der Ladesäule, so Siebenhaar. Viele offene Fragen, die unbeantwortet blieben, stellte das Gremium in der Diskussion fest. "Carsharing ist für diejenigen sinnvoll, die nicht so oft Auto fahren oder den Zweitwagen ersetzen möchten", sagte Zweiter Bürgermeister Matthias Kern (FW), "die meisten Fahrzeuge fahren nicht, sondern stehen rund 90 Prozent der Zeit." "Wir sollten uns damit noch intensiver befassen", meinte Bürgermeister Siebenhaar, "und die Erfahrungen anderer Kommunen damit erkunden, bevor wir uns dafür entscheiden."