Erneut musste sich der Gemeinderat Hetzles mit einer Bauvoranfrage für ein Einfamilienhaus in Honings befassen. In Honings gibt es bei der Erschließung zu beachten, dass die Entwässerung der Grundstücke über Kleinkläranlagen auf den jeweiligen Grundstücken umgesetzt wird. Das Abwasser wird vorgeklärt und über eine Leitung in örtliche Gewässer eingeleitet. Da das Abwasserkonzept für das Baugrundstück aus dem Jahr 2011 für das bestehende Anwesen vier Einwohner vorsieht, wird mit dem geplanten Neubau auf dem Grundstück dieser Wert weit überschritten. Zweiter Bürgermeister Georg Regenfus (BB) sieht wie auch die Mehrheit der Räte die neue Wohnbebauung kritisch, da die Menge der Einleitung wesentlich überschritten wird. Der Abwasserkanal liegt im Verfügungsbereich des Bürgervereins Abwasserentsorgung in Honings, der das geklärte Abwasser in einen Oberflächengraben weiterleitet. Für diese Einleitung ist die Gemeinde Hetzles der Träger der wasserrechtlichen Genehmigung, die auf acht Kubikmeter täglich für den Ort kontingentiert ist. Das bedeutet, wenn die Gemeinde durch weitere Bebauung mehr Abwasser ableite, verhalte sie sich rechtswidrig und es bestehe die Gefahr des Widerrufs der Erlaubnis, erläuterte Regenfus. "Dennoch müssen wir dafür sorgen, dass die Erschließung gesichert ist", sagte er. Wie viele Einwohner Honings eigentlich habe, fragten einige Räte. Die Frage konnte keiner der Räte beantworten. Ebenfalls konnte die Frage der täglichen Abflussmenge nicht zufriedenstellend beantwortet werden, da es keinerlei Berechnungsgrundlagen gibt. Dritter Bürgermeister Michael Bayer (BB) stellte fest: "Wir stoßen mit jeder Bauvoranfrage an die Grenzen und gefährden die wasserrechtliche Erlaubnis. Wie wollen wir uns verhalten?" Sind die Kleinkläranlagen überhaupt noch zukunftsfähig, wenn Honings weiterwächst? Diese Frage stellten die Räte. "Hier versuchen zwölf Nichtfachleute sich fachlich einzubringen, wissen aber nicht, wie sie es lösen können", meinte Bayer, "wenn wir in Honings rechtsverbindliche Aussagen schaffen wollen, muss geklärt werden, wie viel Abwasser täglich eingeleitet wird und welche Kapazitäten verbleiben." Die Räte lehnten nach ausführlicher Beratung mit 4:8 Stimmen die Bauvoranfrage ab. In einem Antrag zur Geschäftsordnung beauftragten die Räte die Verwaltung, Möglichkeiten zum Anschluss weiterer Abwassereinleiter infolge neuer Bebauung zu prüfen und dem Gemeinderat vorzustellen.

Zum Streitbaum

Eine weitere Bauvoranfrage zur Bauleitplanung in der Umgebung der Straße Zum Streitbaum in Hetzles forderte die Räte ebenfalls. Hier möchte der Bauwerber ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung im Außenbereich bauen, dem jedoch die Festsetzungen des Flächennutzungsplans entgegenstehen. Der Standort sieht intensive Streuobstnutzung vor und befindet sich in der Nähe zu Biotopen. Das Vorhaben ist deshalb aktuell nicht genehmigungsfähig und würde die Anpassung des Flächennutzungsplans erfordern. Die Räte stimmten mit 7:5 dem Vorhaben unter der Maßgabe zu, dass eine Bauleitplanung durch ein Planungsbüro erfolgt und die ausgefertigten Planunterlagen zur weiteren Beratung dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Gelände wird aufgefüllt

Mehrheitlich befürworteten die Räte die Geländeauffüllung am Trinkwasserhochbehälter. Die Auffüllung stellt eine Aufschüttung dar, die baurechtlich zu behandeln ist, da sie innerhalb des europäisch geschützten FFH-Gebiets "Streuobst, Kopfeichen und Quellen am Hetzleser Berg" liegt und einem strengen Schutz unterliegt. Die Ausschreibung für den Straßendeckenbau in der Kreuzung Hauptstraße/Honingser Straße wurde aufgehoben, da er die Grabungsarbeiten für die Verlegung eines Leerrohres für das Glasfaserkabel nicht enthielt. Mehrheitlich entschied sich das Gremium für eine erneute Ausschreibung. Ebenfalls beauftragten die Räte die Verwaltung, die Ausschreibung für den Ausbau des Verbindungsweges von der Hinteren Dorfstraße bis zur Michael-von-Deinlein-Straße wegen Kostenüberschreitung aufzuheben, den Ausbau des Weges zurückzustellen und 2020 noch mal auszuschreiben.

Antrag der Kirchenstiftung

Zugestimmt wurde dem Antrag der katholischen Kirchenstiftung auf Übernahme der Kosten für die Erstausstattung des Containers für die Kinderkrippe. Das Gremium stellt 5800 Euro zur Verfügung. Für rege Diskussion bei den Räten sorgte der Antrag der Kirchenstiftung, eine Überdachung zwischen dem Eingang des Kindergartens und dem Container zu errichten. Die Krippengruppe ist vom Hauptgebäude circa sieben Meter entfernt. Das Mittagessen erfolgt für die Kinder im Hauptgebäude. Sie verbleiben dann am Nachmittag dort, da die dortigen Plätze dann ausreichen. Dies bedeutet, so die Begründung, dass die Kinder auf dem sieben Meter langen Weg ins Hauptgebäude Wind und Wetter ausgesetzt seien. Bleibe das so, bedürfe dies eines neuen pädagogischen Konzepts, denn das jetzige Konzept sehe einen Aufenthalt im Freien bei schlechtem Wetter nicht vor. Der Gemeinderat entschloss sich mit 9:3 Stimmen, den Bürgermeister und die Verwaltung zu beauftragen, Lösungsmöglichkeiten für eine übergangsweise Überdachung auszuarbeiten und Kostenangebote einzuholen.