Die jüngste Bürgermeisterin des Landkreises Forchheim könnte nach den Kommunalwahlen im März 2020 aus der Gemeinde Pinzberg kommen. In der Aufstellungsversammlung im Landgasthof Schrüfer in Pinzberg herrschte Aufbruchsstimmung bei der Freien Wählergruppe (FW)/Dorfgemeinschaft Pinzberg-Gosberg-Dobenreuth-Elsenberg (DG). Michael Schmitt moderierte die Versammlung im voll besetzten Saal. Es galt 24 Kandidaten für die Gemeinderatswahl aufzustellen. Im Zentrum des Geschehens stand allerdings die Bürgermeisterkandidatur der 29-jährigen Elisabeth Simmerlein. MdL und Umweltminister Thorsten Glauber (FW) erinnerte in seinem Grußwort an die Zeit von 1984, der Geburtsstunde der Liste der DG. Damit habe die Liste den Gemeinderat stark mitgeprägt. "Ich empfinde Stolz über den Zuspruch für die neue Liste, auf der vor allem auch junge Leute vertreten sind", sagte der Minister. In Pinzberg spielten die Jugendbürgermeister schon früh eine Rolle und auch Elisabeth Simmerlein hatte diese Funktion schon inne. Die Aufgabe des Gemeinderates oder Bürgermeisters sei nicht immer einfach, sie könne auch einsam machen bis zu dem Punkt, wenn Bürger nicht mehr grüßten. Er erinnerte an die Windkraft, für die er eingestanden sei, aber in seiner Heimat keine Mehrheit fand. Das müsse er akzeptieren. Er finde es selbstverständlich, als Minister auch für den Gemeinderat zur Verfügung zu stehen. Ohne gäbe es keine Legitimation für Höheres. Das sei ehrliche Politik, dafür werfe er seinen Hut in den Ring. Schnell einigte sich die Versammlung anschließend auf Altlandrat Reinhardt Glauber als Wahlleiter, unterstützt von Erich Lengenfelder und Rudolf Braun, Bürgermeister aus Weißenohe. Marcus Steurer schlug Elisabeth Simmerlein als Bürgermeisterkandidatin der FW vor, die sich dann ausführlich vorstellte. "Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd", zitierte Simmerlein Otto von Bismarck. Genau das möchte sie nicht. Ihre Worte sollten auch nach der Wahl noch gelten. Sie wohnt in Elsenberg, studierte Jura und ist auch Betriebswirt. Ihr Opa Otto Simmerlein habe in ihr bereits 2008 die Begeisterung für die Politik geweckt. 2014 zog sie in Gemeinderat und Kreisrat ein und hatte so bereits die Gelegenheit, mit öffentlichen Amtsträgern Erfahrungen zu sammeln, Vernetzungen zu knüpfen und den Blickwinkel zu erweitern. Simmerlein versprach, für die Gemeinde als Ganzes einzutreten, ohne einzelne Ortschaften zu bevorzugen. Lösungorientiertes Denken, Kompromissbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit biete sie den Bürgern an. Bei dieser Gelegenheit gab sie einen detaillierten Überblick über die Gemeindearbeit der zurückliegenden Periode und Visionen für die Zukunft in den einzelnen Bereichen. Sie betonte, generationenübergreifend da sein zu wollen und beendete ihre Rede mit dem Spruch: "Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt kräftig an und handelt." Mit lange anhaltendem Beifall quittierten die Zuhörer ihre Ausführungen. 41 Mitglieder schritten anschließend zur geheimen Wahl. Elisabeth Simmerlein erhielt 100 Prozent der Stimmen. Mit dem gleichen Resultat wurde die vorbereitete Wahlliste mit 24 Kandidaten angenommen. Zuvor hatten sich alle kurz vorgestellt. "Das ist schon ein beeindruckendes Ergebnis", meinte Reinhardt Glauber. Die Liste und die Platzierungen waren vorher mit den Beteiligten abgestimmt worden. Als Beauftragte für den Wahlvorschlag wurden Michael Schmitt und Marcus Steurer bestimmt. "Wir haben eine junge Liste mit einem guten Mix zwischen Frauen und Männern. Pflegt einen fairen Umgang bei der Wahl! Einen geworfenen Stein und ein gesprochenes Wort kann man nicht zurückholen", mahnte Reinhardt Glauber. Es sei wichtig, das Positive zu betonten, fügte er hinzu.

Seeber tritt nicht mehr an

Am kommenden Mittwoch wird um 19.30 Uhr eine weitere Gruppe mit CSU/Bürgerblock (BB) eine Aufstellungsversammlung abhalten. Der amtierende Bürgermeister Reinhardt Seeber (CSU) wird nach 24 Jahren Amtszeit ausscheiden.

Die Liste

Die Liste der DG: 1. Elisabeth Simmerlein, 2. Thorsten Glauber, 3. Michael Schmitt, 4. Marcus Steurer, 5. Dominik Eger, 6. Christian Weiß, 7. Frank Heuler, 8. Sigrid Wagner, 9. Daniel Albrecht, 10. Marion Schrüfer, 11. Ulrich Wagner, 12. Claus-Georg Förstel, 13. Regina Stirnweiß, 14. Thomas Wagner, 15. Dominik Grau, 16. Kurt Lochner, 17. Petra Sponsel, 18. Peter Aulbach, 19. Simone Reichold, 20 Fabian Heusel, 21. Johanna Albrecht, 22. Johannes Lengenfelder, 23. Florian Drummer, 24. Johannes Schmitt; Ersatz: Eva-Maria Schmitt, Ottmar Förstel, Daniela Steurer.