An der Berechnung der Friedhofsgebühren hat sich die Stadtverwaltung schon einmal die Finger verbrannt. Das war im Jahr 2013: Der Kommunale Prüfungsverband hatte sich bei der Gebühren-Kalkulation gründlich verrechnet und die Stadt hatte die Zahlen unbesehen übernommen.
Nachdem dann Raimund Kupfer, der ehemalige Leiter der Stadtkasse, die Fehler aufgedeckt und sich eine Interessengemeinschaft mit über 2000 Protestierenden gebildet hatte, siegten die Bürger im Januar 2014 schließlich in diesem Gebührenstreit. Und zahlten am Ende nur noch 21 Euro für ein Einzelgrab pro Jahr, also nur die Hälfte dessen, was der Kommunale Prüfungsverband festgelegt hatte.
Aus dieser unangenehmen Geschichte haben nun Stadtverwaltung und Finanzausschuss am Mittwoch die Konsequenzen gezogen: Die aktuelle "Kostenrechnung der Bestattungseinrichtung" wird genau unter die Lupe genommen. Walter Mirschberger, Chef des Bau- und Grünbetriebes (und damit auch verantwortlich für das Friedhofswesen), hat bereits drei Angebote "renommierter Unternehmensberater" eingeholt. Derjenige, der das günstigste Angebot vorlegt - so beschlossen es die Stadträte im Finanzausschuss - wird als externer Berater beauftragt, die Kostenrechnung rund um die städtischen Bestattungseinrichtungen zu überprüfen.
Udo Schönfelder (CSU) schlug vor, bei der aktuellen Prüfung Raimund Kupfer, den Kopf der Interessengemeinschaft gegen überhöhte Grabgebühren, "von Anfang mit ins Boot zu nehmen". Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) griff den Vorschlag auf: Der externe Gutachter solle die Bedenken der Interessengemeinschaft einarbeiten - "so können wir gleich den Wind aus den Segeln nehmen." Uwe Kirschstein (SPD) sah die Beschäftigung eines externen Beraters jedoch auch kritisch.
Knapp 10 000 Euro wird die Stadt für dessen Dienste ausgeben müssen, schätzte Walter Mirschberger. "Warum kann das jemand von außen berechnen und wir können die Kosten in der Verwaltung nicht selbst berechnen?", fragte SPD-Rat Kirschstein. Hans-Werner Eisen (CSU) ärgerte sich über den Einwand: Es sei Konsens im Stadtrat gewesen, die neue Gebührenkalkulation überprüfen zu lassen.

OB will sich raushalten

Und OB Stumpf erinnerte Uwe Kirschstein daran, dass er, Stumpf, 2013 eine interne Berechnung vorgelegt habe. "Hätte man meine Zahlen übernommen, wäre kein Defizit entstanden. Aber es war Wahlkampf..." Anita Kern (SPD) fragte, wer ihm damals nicht geglaubt habe. "Der Stadtrat", sagte Stumpf und betonte, dass er deshalb dieses Thema nicht erneut persönlich berechnen werde.
Wobei Udo Schönfelder auf ein neues Problemfeld hinwies. Immer weniger Gräber würden belegt, doch die Flächen blieben gleich. "Vielleicht müssen wir die Friedhöfe neu ordnen, sonst werden die Bürger in 20 Jahren Opfer einer latenten Gebührensteigerung." Eine Berechnung der Friedhofsgebühren "über mehrere Jahre" stehe noch aus, sagte OB Franz Stumpf. Doch noch gebe es in Forchheim "wenig Leerstände". Sollten die leeren Flächen aber bei 20 Prozent liegen dann müsse über eine Neuordnung nachgedacht werden.

Sterben als Luxus?

Obwohl die Friedhöfe in einigen Großstädten bereits heute Millionen-Defizite hervorbrächten, dürfe diese Entwicklung nicht dazu führen, dass sich die Bürger keine Erdbestattung mehr leisten können, mahnte Reiner Freund (CSU): "Das Sterben muss leistbar sein."