Noch weiß die Kreispolitik nicht, wie in den nächsten Jahren das 42-Millionen Euro teure Schul-Paket im Detail finanziert werden kann. Dennoch trafen die Kreispolitiker am Freitag Nachmittag einige wegweisende Entscheidungen.
Der Förderantrag für die Sanierung des Gymnasiums Fränkische Schweiz wurde neu formuliert. Die Planungskosten hatten sich fast verdoppelt - und sie liegen nun bei über zwölf Millionen Euro. Von dieser Kostenexplosion alarmiert, hatten die SPD, die Jungen Bürger und die CSU Anträge vorgelegt, um die Ausgaben in den Griff zu kriegen.

Jürgen Kränzlein (SPD) appellierte, dass sich der Landkreis "so verhalten sollte wie ein Privatmann": Der Eigenanteil bei den Schulsanierungen liege mittlerweile bei 30,4 Millionen Euro. "Wenn ich das Geld nicht habe, muss ich die Sparmöglichkeiten ausschöpfen", sagte Kränzlein und gab die Parole "Kreativität durch Deckelung" aus. Vorschlag der SPD: Die Architekten müssten sich überlegen, wie sie die Gesamtkosten um acht Prozent von 42,3 auf 39 Millionen Euro reduzieren.

"Einfach so den Rotstift ansetzen ist nicht zielführend", hielt Michael Hofmann (JB) dagegen. Er propagierte ein Modell des "Kosten-Controllings". Ein Gremium aus Bauexperten, Kreisräten und Schulleitern sollte künftig "genauer hinschauen". Sparvorschläge sollten belohnt werden.

Ähnlich die Idee der CSU: Pro Schule einen Kosten-Kontrolleur forderte Peter Eismann. Außerdem regte der CSU-Rat an, die Verwaltung durch einen Kontrolleur zu verstärken. Die Idee des Kosten-Controllings traf nicht nur den Nerv von Landrat Reinhardt Glauber ("Da bin ich dabei"), sondern des gesamten Kreistages.

Die Realschüler ziehen um!

Entschieden ist seit Freitag auch, dass die Sanierung der Realschule Forchheim im Sommer beginnen kann. Noch vor wenigen Tagen hatte sich in der Kreis-CSU Widerstand gegen den Umzug der Forchheimer Realschüler nach Eggolsheim (Ortsteil Neuses) geregt. Im Kreistag war davon kein Wort mehr zu hören. Über den Umzug der Schüler und somit über den Beginn der Sanierung an der Forchheimer Realschule im Sommer gebe es "keine zwei Meinungen", sagte Michael Hofmann (JB).

Dem widersprach niemand. Lediglich Stefan Schick (CSU) regte an, die Realschüler statt im Lindner-Gebäude vielleicht besser im ehemaligen Kimberly-Clark-Gebäude in Forchheim unterzubringen. Ob diese Möglichkeit geprüft werden könne? So eine Prüfung würde das Sanierungsprojekt noch einmal verzögern, sagte Landrat Reinhardt Glauber (FW). Mit nur einer Gegenstimme (von Stefan Schick) entschied sich der Kreistag, den Weg für den Umzug der Forchheimer Realschüler nach Neuses frei zu machen.

Völlig einig waren sich die Kreispolitiker, was die Lüftungsanlagen in den sanierten Schulen betrifft. Zwar könnte der Landkreis knapp drei Millionen Euro sparen, wenn er auf eine traditionelle Stoßlüftung über die Fenster setzen würde. Doch der Bamberger Bau-Physiker Wilfried Krah überzeugte mit seinem Fachvortrag: In modernen, "hochdichten Gebäuden" sei ein gesunder Luftaustausch ohne Lüftungsanlagen nicht möglich.