Wasserschäden, provisorische Reparaturen, defekte Kassenautomaten und in folge dessen lange Besucherschlangen - dies hat dafür gesorgt, dass das Image des Königsbades baden geht. Jetzt will man mit einer Marketing-Offensive und einem strategischen Entwicklungskonzept wieder Oberwasser gewinnen.

Zunächst aber eine positive Meldung: Bäderchef Walter Mirschberger konnte in der Sitzung des Finanzausschusses freudig verkünden, dass im Betriebsergebnis 2017 das Defizit unter eine Million gedrückt werden konnte. Die Besucherzahl ist bei Erwachsenen während der Sommersaison mit rund 83000 Gästen gestiegen (Vorjahr zirka 80 000). Allerdings: bei Jugendlichen ist der Sommerbesuch 2017 mit rund 45 000 Besuchern rückläufig gewesen (Vorjahr noch zirka 46 000). Dies begründete Marketing-Beauftragter Peter Lutz damit, dass die Schüler zunehmend durch ihren Nachmittagsunterricht vom Schwimmbad-Besuch abgehalten würden.

Außenwirkung beeinträchtigt

Jetzt zur negativen Nachricht: "Was mir sorgen macht, ist die Außenwirkung des Königsbades" bekannte Peter Lutz ohne Umschweife. Der aktuelle Gesamteindruck vom Königsbad sei für viele Besucher bestimmt durch die Wasserschäden. Und die in der Öffentlichkeit getroffenen "Pauschalaussagen vom Königsbad als Millionen-Grab" seien auch kein Image-Gewinn. Rückläufig seien auch die Sauna-Events - so gebe es beispielsweise die lange Sauna-Nacht nicht mehr. Dies, so Lutz, sorge dafür, dass sich die Sponsoren zurückzögen aus Sonderveranstaltungen. Bei der Planung Planung für die Zukunft des Königsbades müsse überlegt werden, wie man das Bad fortentwickeln könne, was es zu verbessern gebe und was man verändern müsse.

Ohne Moos nix los

Peter Lutz stellte aus dem Blickwinkel des Marketing unmissverständlich fest: "Ohne Geld geht gar nichts". Ihm seei bei der Werbung der richtige Marketing-Mix wichtig. Diejenigen, die das Königsbad besuchen, seien informiert - aber all die, die es noch nicht nutzen, müssten besser auf die Angebote aufmerksam gemacht werden. Als erfolgreiche Marketing-Maßnahmen nannte Lutz die Eislaufbahn, die im letzten Winter auf dem Königsbad-Parkplatz angelegt worden sei, auch das Schnupper-Segeln in Kooperation mit der Marinekameradschaft sei ein Magnet für die Jugend gewesen, außerdem sei die Aktion "Hitzehelden" mit kostenlosen Eintrittskarten für Beschäftigte öffentlichkeitswirksam gewesen. Mit der "Baby-Sauna" habe man für ein Wohlfühl-Gefühl bei Müttern gesorgt. "Es ist wichtig, dass man über das Königsbad spricht, auch wenn man es (noch) nicht besucht hat", betonte Peter Lutz.

Um dem Image-Verlust entgegen zu treten griff Lutz eine Idee des CSU-Stadtrates Udo Schönfelder auf, der angeregt hatte, einen Förderverein zu gründen. Ein solcher Kreis könne als eine Art "Ideen-Schmiede" agieren. Ferner schlug Lutz vor, bei dem "Public-Value-Award" teilzunehmen, einem Wettbewerb, der Bäderaktionen mit Öffentlichkeitswert prämiiert.

Dringen geboten sei eine neue Homepage für das Königsbad und eine öffentlichkeitswirksame Neueröffnung nach der Königsbad-Sanierung. Apropos Sanierung: Als Bäderchef Walter Mirschberger den Stadträten ankündigte, dass er Näheres über dieses Thema in nichtöffentlicher Sitzung berichten könne, schlug FDP-Stadtrat Stefan Schick vor, zumindest über die geplante Schließungsphase öffentlich zu berichten - ganz im Sinne der zuvor diskutierten Öffentlichkeitsarbeit. Das war Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) wohl zu viel der Transparenz - er lehnte den Antrag kurzerhand ab.