"Wenn ein Finanzministerium nicht ausdrücklich ,Nein' sagt, ist es ein positiver Tag. Ich habe nicht ausdrücklich Nein gesagt", sagte Staatssekretär Albert Füracker (CSU) in der St. Bonifatiuskirche in Weißenohe. Der bayerische Staatssekretär für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat war gekommen, um sich vom geplanten - bundesweit einzigartigen - Projekt einer Chorakademie im ehemaligen Benediktinerkloster Weißenohe ein Bild zu machen.

Eduard Nöth (CSU), MdL a.D., Regierungspräsident Wilhelm Wenning (CSU), Präsident des Fränkischen Sängerbunds Peter Jacobi, der Schatzmeister des Sängerbunds Herbert Meier, Architekt Peter Eismann, Kreiskämmerin Carmen Stumpf und Bürgermeister Rudolf Braun (FW) erläuterten vor Ort, was hinter der Idee Chorakademie steht. "Wir wollen dem prachtvollen Bau eine Seele verleihen. Was ist dafür geeigneter als Sängerinnen und Sänger, nachdem Mönche einst dieses Gebäude zum Klingen gebracht haben?", warb Jacobi für das Projekt.

Wenning ist für die Chorakademie

Ob die Pläne verwirklicht werden können, ist noch ungewiss. Dementsprechend erwartungsvoll ist die Atmosphäre. Letztendlich hängt es von einer gesicherten Finanzierung ab. Regierungspräsident Wenning unterstützt das Ganze, das "Ensemble und das denkmalgeschützte Gebäude liegen mir am Herzen", so Wenning. Er sagte schon früher, dass er die Chorakademie noch in seiner Regierungszeit einweihen werde.

In das Gebäude müssen etliche Euro hineingesteckt werden. Die Verantwortlichen für den Denkmalschutz hätten bei den Vorbesitzern zu wenig auf Erhaltung geachtet, erklärten die Verantwortlichen dem Staatssekretär Füracker. Freigelegte Decken zeigten, dass unter den ursprünglichen Decken einfach ein Metallgerüst befestigt worden war. Wären die Wohnungen damals verkauft worden, wäre es wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, bis den Bewohnern das Dach auf den Kopf gefallen wäre, wie es hieß. Nun befürchten die Befürworter der Chorakademie, dass sie bei der Umsetzung ihres Vorhabens strenge denkmalschutzrechtliche Auflagen erhalten und diese teuer zu Buche schlagen.

Ob der Denkmalschutz ein zweites Mal Gelder für das Gebäude locker machen wird, ist ebenfalls zweifelhaft. Dass derzeit die Metallpreise recht gut liegen, munterte Füracker allerdings auf.

Als Baubeginn nennen der Sängerbund und die gemeinnützige GmbH das Jahr 2016. Doch Albert Füracker wies daraufhin, dass derzeit gerade der Haushalt 2015 / 16 erstellt werde und kein Vorschlag vorliege. Der entsprechende Vorschlag müsse erst in die Fraktion. "Wir brauchen eine positive Priorisierung vom Fachministerium", sagt Füracker. Bei den eingehenden Einträgen sei allerdings die Ideenvielfalt groß.

Kosten von 6,1 Millionen Euro

In der Kirche wurden dann die Zahlen für das Vorhaben vorgestellt. 5,6 Millionen Euro und zehn Prozent Puffer - 6,1 Millionen Euro soll die Sanierung des Gebäudes inklusive Möblierung kosten. Bei der Berechnung seien immer die höchsten Kosten angenommen worden, hieß es. Selbst wenn es keine Chorakademie gebe, bleibe das Gebäude bestehen - und die Sanierungskosten würden immer höher, war aus den Reihen der Befürworter zu hören.

Was bislang investiert wurde, erkundigte sich der Staatssekretär. Notarkosten und der Kaufpreis von einem Euro wurde ihm erklärt. "Wenn ihr es für zwei Euro verkauft, habt ihr einhundert Prozent Rendite", scherzte Füracker. Als super Idee bezeichnete er das Projekt Chorakademie, als Leuchtturmprojekt für ganz Nordbayern betrachtete es Bürgermeister Braun. "Es ist wichtig, es gesehen zu haben, damit man weiß, wovon man spricht. Es ist schon beeindruckend hier", sagte Albert Füracker abschließend. Die Anträge zur Finanzierung werden nun gestellt. In einigen Wochen wird dann ein Ja oder Nein erwartet.

Füracker in Forchheim
Finanzamt
Finanzstaatssekretär Albert Füracker stattete am Montag auch dem Finanzamt Forchheim einen Informationsbesuch ab und sagte: "Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist ein äußerst wichtiges Zukunftsthema. Als Pilotamt für die Mitarbeiterbefragung im Rahmen des Gesundheitsmanagements kommt dem Finanzamt Forchheim eine Schlüsselrolle zu." Seit 2012 kommt dem eher kleinen Amt mit knapp 100 Mitarbeitern im Gesundheitsmanagement eine Vorreiterrolle in Bayern zu.

Verwaltung
"Wir haben ein großes Interesse an einer starken Steuerverwaltung", stellte Füracker klar. Um die Personalsituation an Bayerns Finanzämtern zu verbessern, sei die Zahl der Neueinstellungen in den letzten Jahren massiv gesteigert worden. "Derzeit sind rund 2000 Anwärter in Ausbildung - ein Rekord", berichtet Füracker.