Besonders der von Kirschstein angesprochene Verzicht auf einen barrierefreien Ausbau des Kolpinghauses stieß auf heftige Kritik. Zudem wurde Kirschstein die Entwicklung der Rathaussanierung um die Ohren geschlagen, da in Folge einer neuerlichen europaweiten Ausschreibung der Planungsvergaben ein Rechtsstreit mit den zuvor beauftragten Planern droht. Was besonders befremdet: Im anschließenden nichtöffentlichen Teil der Sitzung war Oberbürgermeister Kirschstein dem Vernehmen nach nicht mehr anwesend. Unsere Zeitung erfuhr aus unterrichteten Kreisen, dass es hinter den verschlossenen Türen des Sitzungssaales turbulente Szenen gegeben habe.


Antrag zum Kolpinghaus

Manfred Hümmer (FW) zeigte sich verwundert, dass der Stadtrat über die neue Entwicklung in Sachen Kolpinghaus aus der Zeitung erfahren müsse. Wieder einmal seien Kirchsteins Wahlkampfaussagen zur Transparenz im Rathaus zur Makulatur geworden. Kirschstein hielt entgegen, dass er nicht wüsste, etwas erzählt zu haben, was dem Stadtrat nicht schon bekannt sei.
Udo Schönfelder (CSU) erklärte, dass es keinen Stadtrat gebe, der sich nicht die Barrierefreiheit auf die Fahnen geschrieben hätte. Kirschstein versuchte zurechtzurücken, dass er sich mitnichten gegen eine Barrierefreiheit ausgesprochen habe. Er habe nur deutlich gemacht, dass aktuell ein barrierefreier Ausbau "in den nächsten zwei bis drei Jahren" nicht durchführbar sei. Er sehe aber im Kolpinghaus einen bespielbaren Kulturraum und habe vor der Presse ein klares "Ja" zum Kolpinghaus gesagt.
Udo Schönfelder (CSU) wies darauf hin, dass der Kolpingvereins-Vorsitzende Herbert Wolfrum in einer Mail darauf gedrängt habe, den Erbpachtvertrag baldigst zum Abschluss zu bringen.
Auf Grund der Bitte der Kulturschaffenden legte Schönfelder einen Antrag zu Weiterentwicklung des Kolpinghauses zum Kulturzentrum vor. Darin wird unter anderem eine bauliche Orientierung auf 500 Sitzplätze gefordert, bei Verzicht auf einen südlichen Anbau. Zudem wird eine Sicherstellung der Barrierefreiheit beantragt.