"Die CSU-Fraktion hat den Resetknopf gedrückt", sagt deren Vorsitzender Udo Schönfelder. Gemeint ist die Suche nach Kindergartenplätzen. Grund ist die unter Umständen gescheiterte Planung einer Erweiterung des Kindergartens Sattlertor in der Karolingerstraße. Dort, gleich neben dem Gebäude mit der Hausnummer 15, wird ein altes Wohnhaus frei. Das Haus befindet sich im Besitz der Stadt, beziehungsweise in Händen der von der Stadt verwalteten Vereinigten Pfründnerstiftungen. Bei der Diskussion, ob ein Umbau des dreistöckigen Hauses zu einem Kindergarten sinnvoll sei, war ein Gegenargument die alte Bausubstanz. Dennoch wurde einer Planung im Forchheimer Stadtrat zugestimmt.

Umbaustopp oder doch nicht?

Jetzt scheinen die Sanierungsbefürworter vor einem weiteren, weit größeren Problem zu stehen - zumindest wenn man den Stadtratsmitgliedern Udo Schönfelder (CSU) und Holger Lehnhard (CSU) glauben schenken darf.

Übereinstimmend berichten beide gegenüber dieser Zeitung von einer Prüfung der Bausubstanz durch ein externes Architekturbüro. Das bestätigt auch Britta Kurth von der Pressestelle der Stadt. Diese Prüfung habe, so die beiden Stadträte, eine bauliche Nichteignung des Gebäudes zur Umnutzung für einen Kindergarten ergeben. Das hieße, in der Karolingerstraße 13 würde erstmal kein weiterer Platz für Kinder entstehen.

Dahingegen teilte Kurth mit, könne sie einen Planungsstopp nicht bestätigen. Die Stadt habe ein externes Architekturbüro zum Umbau der Liegenschaften beauftragt. "Darüber hinaus geben wir zurzeit keine offizielle Stellungnahme ab."

Dennoch sagte Schönfelder, und das muss der Darstellung der Stadt nicht widersprechen, sei der Verwaltung vor wenigen Wochen mitgeteilt worden, dass sich eine Fertigstellung ohnehin um ein Jahr auf 2021 verschoben hätte. Und das, während es in Forchheim immer mehr Kinder gibt. Daher sagt Schönfelder, die CSU suche mit erster Priorität nach Kindergartenplätzen in Forchheim und Stadtteilen. Diese Suche wurde jetzt, nach dem von ihm erwähnten Planungsstopp, wieder auf Null gesetzt.

Aber wie sähen die Alternativen aus? Der Kauf des Pfarrhauses in Burk wurde, so Lehnhard, abgelehnt. Eine weitere Möglichkeit ist ein Neubau, vielleicht sogar im Löschwöhrdgebiet, das unmittelbar an den Sattlertorkindergarten grenzt. Das müsste allerdings erst einmal baulich erschlossen werden. Hinzu käme, dass in diesem Fall das Haus in der Karolingerstraße 13 abgerissen würde, um Platz für eine Zufahrtsstraße zu schaffen. Eine Variante, die weder Lehnhard noch Schönfelder zusagt.

Ganzheitliche Planung

Schönfelder will den Startschuss zur Erschließung nicht alleine von einem Neubau eines Kindergartens abhängig machen. Zumal momentan die planerischen Ressourcen fehlten, die vor allem auf das Kolpingshaus konzentriert seien. Denn wenn, so Schönfelder, müsse das Gebiet ganzheitlich geplant werden. Die Erschließung und den Kindergarten sollte man nicht vernetzen. Schließlich habe eine Lösung für das Betreuungsproblem oberste Priorität.

Lehnhard sieht jegliche Lösung in der Karolingerstraße kritisch. Er hatte bereits im Voraus auf die mangelhafte Bausubstanz verwiesen und lehnt jetzt den Abriss für eine Durchgangsstraße ab. Auch ein Neubau an dieser Stelle, nah an der Straße, sei für einen Kindergarten ungeeignet. Er sagt deutlich: "Mir tun die Eltern leid, die sich auf den Staat und die Stadt verlassen." Denn seit 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab dem ersten Geburtstag. Konkret bedeutet das, Eltern, die keinen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen haben, können die Stadt verklagen.

Die Zeit drängt nach schnellen Lösungen. Heute geht die Anmeldewoche für Kinderkrippen, -gärten und -horte für Plätze ab September 2019 zu Ende. Schon im November letzten Jahres hatte Gabriele Obenauf, Leiterin des Amts für Jugend, Bildung, Sport und Soziales der Stadt Forchheim, in ihrem Jahresbericht von 34 fehlenden Plätzen in Kindergärten berichtet. Am schlimmsten sei die Situation im Forchheimer Osten in Reuth sowie im Innenstadtgebiet, wo jeweils 13 Kinder ohne Kindergartenplatz dastünden.

Als Lösung hatte Obenauf damals den Umbau des Gebäudes in der Karolingerstraße 13 zur Krippeneinrichtung präsentiert. Diese ist nun möglicherweise hinfällig. Wie es aber weitergeht, können freilich weder Schönfelder noch Lehnhard sagen.