Bamberg hat es vorgemacht und Mathilde Hartmann (CSU) wünscht sich, dass Forchheim es nachmacht. Eine kommunale Parküberwachung könnte dafür sorgen, dass die verkehrsberuhigte Zone ihren Namen auch verdient, sagte Hartmann am Donnerstag im Stadtrat.

Die CSU-Rätin ist der Meinung, dass die meisten Autofahrer noch gar nicht bemerkt hätten, dass der Abschnitt zwischen Fußgängerzone und Bamberger Straße verkehrsberuhigt ist: "Keiner hält sich an das Tempo." Damit die Autofahrer lernen, Schritt zu fahren, sollte dort die Polizei "hingestellt" werden, forderte Hartmann. "Oder die Stadt kontrolliert selbst."

Bamberg macht es vor

Bamberg wird ab Oktober die neuralgischen Punkte der Innenstadt in Eigenregie kontrollieren. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. In Bamberg soll es 58 Mess-Punkte geben, die Geschwindigkeitsmessungen werden einem privaten Dienstleister übertragen.

Nach dem Bamberger Vorbild zu agieren, dafür plädierte SPD-Stadtrat Albert Dorn. Manfred Schade (Grüne) erinnerte daran, dass seine Fraktion seit fünf Jahren fordere, das Tempo (vor allem in der Wiesentstraße) zu reduzieren.

Und auch Sebastian Platzek (FDP) sprach sich dafür aus, die Schnellfahrern zwischen Fußgängerzone und Bamberger Straße zu bremsen. Wer im Sommer vor der Blauen Glocke sitze, der laufe Gefahr, "dass ihm jemand ins Seidla neifährt".

Rechtlich nicht zulässig

Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) wollte die Ansichten seiner Stadtratskollegen nicht teilen. Fünf Geschwindigkeitskontrollen der Polizei in den letzten drei Jahren hätten "nichts Außergewöhnliches ergeben". Davon abgesehen: Die Diskussion über die Tempokontrolle im verkehrsberuhigten Bereich sei vor zehn Jahren schon einmal geführt worden, erinnerte der Oberbürgermeister. Und sie sei folgenlos geblieben. Aus einem einfachen Grund: Die Vorschrift, Schritt-Tempo zu fahren, "ist in der Form rechtlich gar nicht zulässig", sagte Stumpf. Denn die Forchheimer Zone sei 400 Meter lang. "Ein verkehrsberuhigter Bereich darf aber nicht länger als 150 Meter sein", klärte Franz Stumpf den Stadtrat auf. Dennoch sei die Zone ausgewiesen worden - "in der Hoffnung, dass die Autofahrer dort langsamer fahren".