Pretzfeld - Eine ältere Besucherin der katholischen St-Kilian-Kirche in
Pretzfeld ist ein wenig überrascht, denn seit Sonntag hängen dort für zwei
Wochen Karikaturen aus. Manche sind ziemlich bissig, denn die
Karikaturenausstellung "Glänzende Aussichten" von Miserior und dem Erzbistum
Bamberg zeigt auf witzige und verblüffende, manchmal aber auf
erschreckende Weise unser Verhalten, aber auch große weltpolitische
Zusammenhänge. Zum Beispiel stehen bei einer Karikatur zwei Personen auf dem
Deck eines Schiffes und blicken auf ein Meer von buntem Plastikmüll. Dabei
meint der eine, dass er nur blaue Plastiktüten zulassen würde. "Wir wollen
damit den Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit lenken", sagt
Pfarrgemeinderat Martin Wild, der sich vom Bistum zum Umweltauditor
ausbilden ließ.
Der Arbeitskreis Umwelt im Pfarrgemeinderat hatte die Wanderausstellung nach
Pretzfeld geholt. "Das ging früher viel schneller. Heute muss man lange
warten, bis sie in die Gemeinde kommt", erzählt Elisabeth Gröbel. Allerdings
konnten nur 50 der insgesamt 99 Karikaturen von 40 Karikaturisten
ausgestellt werden - der Platz in der Kirche reichte nicht.



Pfarrer Florian
Stark spricht davon, dass wohl eine höhere Macht mitgespielt habe, denn am
Sonntag nach dem Gottesdienst wurde nicht nur die Karikaturenausstellung
eröffnet, sondern die Pfarrgemeinde hatte den zweiten Platz beim Umweltpreis
des Erzbistums Bamberg gemacht und 2000 Euro an Preisgeld erhalten.
"Insgesamt haben wir drei Jahre auf den Umweltpreis
hingearbeitet", erzählt Elisabeth Gröbel. Das Umweltteam, zu dem auch Kirchenpfleger Otto Stenglein und Erhard Seiller gehören, musste alle Gebäude erfassen, Schwachstellen benennen und einen Verbesserungsplan für die nächsten vier Jahre erstellen. "Ein neutraler Gutachter hat dann unser Werk zerlegt", erzählt Elisabeth Gröbel schmunzelnd.

14 weitere Gemeinden hatten an der Aktion teilgenommen. Erzbischof Ludwig
Schick hatte fünfmal 2000 Euro an Preisgeldern ausgeschrieben. "Wir
versuchen in der Kirchengemeinde Öl, Strom, Wasser oder Müll einzusparen",
erklärt Martin Wild. Außerdem soll für die Kirche und das Pfarrhaus eine
neue Heizung angeschafft werden. "Vor Jahren haben wir zum Beispiel die
Raumtemperatur der Kirche im Winter gesenkt. Das spart Heizöl", erzählt
Wild. Man habe auch Energiesparlampen angebracht oder im Kindergarten
Wärmedämmungsmaßnahmen durchgeführt. Viele kleine Dinge, die zusammen jedoch
einiges ausmachen und nachhaltig sind. Martin Wild meinte: "Auch die Kirche
hat den Klimaschutz zu ihrem Anliegen gemacht."