Bislang gibt es nur einen internen "Zwischenbericht" an die Stadträte. Aber der Streit um die Untersuchung von Sebastian Körber (FDP) ist bereits voll im Gange.
Der Forchheimer Stadtrat hatte Körber im Februar eingesetzt, um die Vorgänge der Rathaussanierung zu untersuchen. Denn die Stadträte hatten immer wieder moniert, dass die Kostenberechnungen und die Ausschreibungen nicht transparent seien.
Den FDP-Rat Körber setzte die Ratsmehrheit auch deshalb ein, weil sie ihn, den Architekten, für besonders geeignet hielten, die Aktenlage rund um die Sanierung zu beurteilen. Diese Eignung hat die SPD am Mittwoch vehement in Frage gestellt. Reiner Büttner, der SPD-Fraktionsvorsitzende, drückt in einem offenen Schreiben seine "Verwunderung und Verärgerung" aus: Er habe den "E-Mail-Verkehr über Ihren Rathausbericht mit dem Oberbürgermeister" gelesen, teilt Büttner mit. Und wirft Körber vor: "Dass Sie Informationen nur mit Teilen des Stadtrates teilen und die SPD-Fraktion ausschließen, geht nicht."
Der SPD-Fraktionschef erinnert daran, dass er die Untersuchung unterstütze; dass er aber von Anfang an gegen die "Person" Körber gewesen sei.
Sein Misstrauen begründet Büttner mit einer Äußerung von Manfred Hümmer (FW) in der jüngsten Ratssitzung. Angeblich hat Hümmer von "neuen Informationen über die Rathaussanierung" gesprochen und daher einen "zweiten Zwischenbericht" gefordert.


Gleichbehandlung gefordert

Daraus schließt Reiner Büttner, dass Sebastian Körber beispielsweise den Freien Wählern Informationen zukommen ließ, der SPD aber nicht. "Dieses Handeln unterstreicht meine Bedenken mit der Besetzung von Ihnen als Beauftragter", klagt Büttner. Und: "Sie sind jedoch der Beauftragte des Stadtrates. Ich erwarte von Ihnen daher, dass Sie die SPD-Stadtratsfraktion zeitlich genauso behandeln, wie andere Fraktionen im Stadtrat."
Verärgert reagierten darauf sowohl Manfred Hümmer als auch Sebastian Körber. "Dagegen verwahre ich mich. Was Büttner schreibt, stimmt nicht", sagt Hümmer. Als FW-Fraktionschef habe er in besagter Ratssitzung einen Antrag zur Geschäftsordnung gestellt. Mit der Absicht, den Körber-Bericht zu hören, bevor über weitere Vergaben zur Rathaussanierung entschieden werde. Büttner habe daraufhin gesagt, es lägen keine neuen Informationen vor. Worauf er, Hümmer, geantwortet habe: "Fragen wir Körber selbst."
"Entlarvend" findet Sebastian Körber, dass Reiner Büttner einen Mail-Verkehr analysiert, der zwei Wochen alt sei und Inhalte betreffe, die nicht an ihn adressiert seien. "Ich kann verstehen, dass die SPD-Fraktion ihren OB verteidigen möchte, aber das sind nur Störfeuer", sagte Körber dem FT am Mittwochvormittag. Am Nachmittag schrieb er dann in einer öffentlichen E-Mail an Reiner Büttner: "Offenkundig vermischen Sie bewusst Aspekte miteinander, die ich nicht unkommentiert stehen lassen kann."
Er, Büttner, sei es gewesen, der in der Ratssitzung davon gesprochen habe, dass es "keine neuen Informationen" gebe. "Woher Sie diese Einschätzung genommen haben, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zu Wort gekommen war", schreibt Körber. Und betont, was die Hümmer-Aussage betrifft: "Erst im weiteren Sitzungsverlauf hat Kollege Hümmer mitgeteilt, dass er durch eine E-Mail, die nicht von mir gekommen ist, auch neue Erkenntnisse hat."


Warum Büttner keine Mail bekam

In seinem gestrigen Schreiben erklärt Körber dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Büttner auch, für wen seine Mail vom 18. Mai gedacht war: "Die Mail wurde an den Oberbürgermeister, sowie an alle antragstellenden Fraktionsvorsitzenden gerichtet und sollte klären, ob die Antragsteller mit der Umsetzung des Antrags, also der Berichtsform, zufrieden sind und wie diese zu verstehen war. Hier geht es um Formalien und nicht um Inhalt. Dieser Antrag wurde nicht von der SPD-Fraktion mit eingebracht, weshalb Sie hier nicht mit angeschrieben worden waren. Ihre dargestellte 'Verwunderung und Empörung' kann ich daher nicht nachvollziehen."
In den letzten Wochen habe er in seiner Freizeit etwa 30 Stunden aufgewendet, Akten und Unterlagen zu sichten, resümiert Sebastian Körber. "Hierzu habe ich Notizen angefertigt, was sehr aufwendig ist, da ich ja auch nichts kopieren darf."
Die "Berichtsendfassung" werde er in der nächsten Stadtratssitzung vorlegen, kündigte Sebastian Körber an.