Deutschland scheitert bei der Fußball-Weltmeisterschaft in der Gruppenphase. Was für die meisten Deutschen eine Horrorvorstellung ist, nähme ausgerechnet Edmund Kainer gelassen hin. "Wenn es vorbei ist, dann ist es halt vorbei", sagt der WM-Fan. Die Reise nach Brasilien wird seine siebte zu dieser Veranstaltung sein und wie alle vier Jahre ist der Burker bestens vorbereitet. "Wir planen zwar immer nur bis zum Achtelfinale, für uns geht es aber ums große Ganze", erklärt Kainer. Dem Motto schließt sich Gottfried Schrüfer, Kainers WM-Azubi in Brasilien, an. "Bei der Burker Kerwa 2013 habe ich gesagt, nächstes Jahr will ich auch dabei sein", sagt der "Brazubi".

Trikots und Fahne sind fertig

Für Kainer und Schrüfer, die mit zwei weiteren Freunden am 13. Juni ins größte Land Südamerikas aufbrechen, fängt der Spaß schon vorher an. Trikots bedrucken, Fahne besticken, Route planen - Kainer freut sich nach 24 Jahren noch wie ein Kind beim ersten Stadionbesuch. Anhand von alten Fotos zeigt er seinem Auszubildenden, dass eine Weltmeisterschaft mehr als nur Fußball bedeutet.

"In Japan ist ein Fischverkäufer auf uns zugestürmt und hat behauptet, dass er uns kennt", erinnert sich der Club-Anhänger. "Den Beweis gab er uns in Form einer örtlichen Zeitung, die uns als skurrile WM-Fans abgedruckt hatte", fährt der 56-Jährige fort und kramt das Blatt mit den japanischen Schriftzeichen aus einem seiner Ordner. Auf sein Archiv wären manche Büchereien neidisch.

Händeschütteln mit Udo Lattek, Umarmung mit Robert Vittek oder ein Foto mit Klaus Allofs - wenn Kainer berichtet, tritt die Sportveranstaltung fast in den Hintergrund.

Mehrtägige Reisen

Eintrittskarten hat das Quartett aber auch. "Wir schauen uns natürlich die Spiele der Deutschen an", sagt der Zweite Vorsitzende des FC Burk. Vom Startpunkt in Salvador sind mehrtägige Reisen nach Natal und Recife im Norden sowie Rio de Janeiro im Süden geplant. "Unser erstes Quartier gehört einem Deutschsprachigen. Das erleichtert das Ankommen", hofft der Chef der Raiffeisenbank Seebachgrund.

Berührungsängste hätten sie aber nicht, sagt er und deutet auf ein Foto aus Südafrika, das die Burker WM-Reisenden zwischen Einheimischen in einem vollbesetzten Bus zeigt. "So eine WM schweißt eine Nation zusammen", glaubt Kainer. Angst vor Ausschreitungen in Brasilien hat er deshalb auch nicht. Dennoch könnte es für ihn der letzte WM-Trip sein. "Ob ich mir Russland und Katar antue, weiß ich nicht", sagt er und blickt seinen "Brazubi" hoffnungsvoll an.