Zu Recht, denn die Spaßband von einst, die Waldler-Boygroup, ist endgültig erwachsen geworden. Die Jungs wirken gesetzter, haben den Klamauk-Faktor drastisch reduziert. So wird das Eingangslied: "Jeder is oana, mia drei san a mords Partie" zum Versprechen.

Authentisch wie eh und je singen sie nicht nur über das "echte, ehrliche, dreggate begehrliche, stinknormale, wunderscheene Leben", sondern durchleuchten und hinterfragen die bayerische Idylle, die mehr ist als Weißwurst und Lederhosen. Mit ihrer unverwechselbaren Kombination aus traditioneller Volksmusik, Reggae, Rock und unterschiedlichsten Rhythmen wirkt der als "Jammer-Lied" angekündigte Song "Mia ham a guats Leben" wie ein Urschrei. Ebenso kritisieren Christian, Matthias und Siegi musikalisch die Konsumwut ("Je mehr mia ham, desto mehr geht kaputt, zwoa Monat nach der Garantie"), medizinische Eingriffe, die nur noch im Ausland bezahlbar sind ("I hob Zahnweh") oder die übertriebene Tierliebe mit dem "Gnadenbrot auf Gut Aider bichl."
(Gesellschafts)Kritischer denn je zeigt sich das Trio, wenn die Jungs feststellen: "Früher san de Leut Bäcker oder Metzger worn, heut werden lauter Superstars geborn." Das regt zum Nachdenken an. Ein wirksames Mittel gegen Drogen können die drei zwar nicht anbieten, dafür hat der "Huawa" eine Idee, wie man den Amerikaner das Ausspionieren deutscher Daten verleiden könnte. "Schreibt's alles in Facebook, aber nur im Dialekt. Da werd'n de Amerikaner ganz damisch."

Dass auch hierzulande überlieferte Werte nicht mehr zählen, verdeutlichen die Musik-Kabarettisten nicht nur am Rasen, der mit Sagrotan eingesprüht wird, ehe Jean-Claude darauf spielen darf, sondern auch daran, dass aus vorn hinten wird, "aus grood schiaf", und "aus guat schlecht". "Dann san de Würfel rund."