Geht Otto Weber in den Keller seines Hauses Zur Sportinsel 14, fühlt er sich wie auf einem Rummelplatz. Der 82-Jährige drückt auf ein paar Knöpfe, schon fängt das 40 Zentimeter hohe Karussell mit den bunten Figuren an, sich zu drehen, überall blinken bunte Lichter und von einer Schellack-Platte ertönt Drehorgel-Musik. Daneben setzt der Senior einen Auto-Scooter in Betrieb , schaltet das Riesenrad an und gibt der Schiffschaukel einen Schubs.
All diese Wunderwerke der Technik hat Otto Weber in mühevoller Kleinarbeit selbst gebaut. "Gebastelt hab' ich schon immer gern", erinnert sich der Landwirt aus dem Forchheimer Ortsteil Burk.

Der vielseitig talentierte, rüstige Rentner wusste sich in seinem Leben immer zu helfen. "Ich habe geschmiedet, Werkzeuge und Maschinen repariert und auf dem Hof geschlachtet", erinnert sich Weber.

Er hat eine besondere Gabe: "Wenn ich etwas gesehen habe, konnte ich mir das gut merken. Es war für mich kein Problem, das zuhause nachzubauen", erklärt Weber, während er die Beleuchtung des "Circus Floriani" anknipst. Den hat Otto Weber nicht mehr für seine Kinder, sondern bereits für einen seiner Enkel gebastelt. Auf den Zuschauerrängen sitzen hier bereits Playmobil-Figuren, während die Besatzung des Autoskooters von Hand geschnitzt ist. "Webers Riesenrad" und die Schiffschaukel, eine seiner allerersten Arbeiten, hat der Burker bereits vor mehr als 70 Jahren angefertigt.

"Ich weiß noch genau, wie das war", erklärt Otto Weber: Da bin ich auf dem Forchheimer Annafest mit dem Riesenrad gefahren und hab' dabei Angst bekommen. Ich wollte nur noch raus." Dieses Erlebnis habe er dann in der Werkstatt verarbeitet: Heraus kam das einen halben Meter hohe hölzerne Riesenrad mit zehn Gondeln. Bemerkenswert dabei: Die Liebe zum Detail, die sich bei allen seinen Bastelarbeiten findet. Selbstverständlich hat Weber seine Jahrmarkt-Geschäfte auch wunderschön bunt bemalt.

Spielsachen für seine vier Kinder und die sieben Enkel anzufertigen, waren eine Sache. Darüber hinaus schuf Otto Weber eine mehrere Quadratmeter große orientalische Krippenlandschaft, die er mit Figuren (bis zur Kreuzigung) bevölkerte. Auf dem Dachboden baute Weber eine mindestens ebenso große Eisenbahnanlage mit Schaltanlage und mehreren Zügen. Damit die Schöpfräder entlang der Regnitz nicht in Vergessenheit geraten, hat Otto Weber dieses Bewässerungssystem originalgetreu als Modell nachgebaut. "Da kann man die Technik studieren, wie früher die Fluren bewässert wurden", erklärt Weber seine Beweggründe.