Eine "Entrümpelung der Innenstadt" schlägt Roland Wölfel von der Stadtmarketing-Firma Cima vor. Und spricht von neuen "Möblierungselementen" für Forchheim. Stadtrat Sebastian Körber (FDP) fordert in diesem Zusammenhang eine "ganzheitliche Sicht": Bänke, Abfalleimer und die Beleuchtung - all diese Themen müssten bei der Gestaltung der Innenstadt berücksichtigt werden. Wobei Körber die Innenstadt definiert: "vom Anfang der Bamberger Straße bis zum alten Finanzamt."

Bierzelt-Beleuchtung
Die Stichworte "Licht" und "Möblierung" stoßen bei den Räten im Planungsausschuss auf Resonanz: Udo Schönfelder (CSU) sagt, dass er jene Lampen satt habe, "die Goldfisch-Gläsern gleichen". Und Manfred Hümmer (FW) appelliert, endlich "ein Beleuchtungskonzept" zu erstellen: "Damit zum Beispiel die Bierzelt-Beleuchtung am Marktplatz verschwindet."

500 Besucher befragt
Vorbilder, die in ein Beleuchtungskonzept einfließen könnten, gibt es bereits in der Stadt: "Schauen Sie das Haus Amtmann an", sagt Roland Wölfel. Noch im vergangenen Jahr war Wölfel von den Stadträten hart kritisiert worden.
Die Cima-Beratungsarbeit schien den Lokalpolitikern nicht effektiv genug. Am Dienstag im Planungsausschuss wurde Wölfel wohlwollender empfangen. "Es hat sich was getan", lobt FW-Stadtrat Manfred Hümmer.
So hat die Cima im vergangenen Jahr beispielsweise einen "City Check" durchgeführt. Die Befragungen geben Aufschluss darüber, wie lange sich die Menschen in der Innenstadt aufhalten, was sie ausgeben oder wie sie den Einzelhandel beurteilen. Annähernd 500 Menschen wurden befragt. Ein Drittel der Befragten hielt sich bis zu einer Stunde in der Innenstadt auf; 25 Prozent bis zu zwei Stunden und 20 Prozent bis zu vier Stunden. Dabei werden im Schnitt 51 Euro ausgegeben.
Außerdem gibt der City-Check Aufschluss darüber, was die Menschen am meisten schätzen und vermissen: Sie schätzen das Stadtbild und die Fußgängerzone; sie vermissen Freizeitangebote und die "Verfügbarkeit" von Parkplätzen. Einen Erfolg verbucht die Cima zudem beim Thema Leerstands-Management. Roland Wölfel nimmt für sich in Anspruch, das Problem leer stehender Läden in Forchheim weitgehend erledigt zu haben.
Das will Udo Schönfelder (CSU) nicht ganz gelten lassen; zum einen gebe es noch leere Läden. Außerdem gehe es auch darum, Läden attraktiv zu belegen: "Wenn sich etwa dubiose Goldankaufläden ansiedeln, ist das kein erfolgreiches Leerstands-Management." Sabine Dittrich (FGL) erinnert daran, dass es nicht in der Hand der Politik liege, die Belegung der Läden zu steuern. Was Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) am Beispiel der Textilbranche verdeutlicht: Bei den Kleidern gehe viel Kaufkraft "raus aus Forchheim" - und doch sei es trotz intensiver Bemühung über Jahre nicht gelungen, einen großen Textilanbieter anzusiedeln.