Still, fast romantisch liegt die Leutenbacher Pfarrkirche St. Jakobus da in ihrem weißen Winterkleid. Im Inneren geben sich seit Pfingsten die Handwerker für die Sanierungsarbeiten die Klinke in die Hand. Am 1. Mai ist in St. Jakobus der vorläufig letzte Gottesdienst gefeiert worden. Seither wird die Sonntagsmesse im Pfarrheim zelebriert.
Pfarrer Alfred Beißer und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lydia Heilmann haben jetzt wieder einen Blick in die Kirche geworfen und sich ein Bild gemacht vom Stand der Arbeiten. In der Sakristei installieren die Elektriker ein neues Schalttableau für alle elektrischen Schaltungen wie Glocken, Lautsprecher oder Energie sparende Beleuchtung. Alles soll sich mühelos und optisch übersichtlich steuern lassen. Die Einrichtung der Sakristei wird modernisiert. Beim Betreten des Kirchenschiffes fällt der freundliche helle Raum auf. "Die ganze Raumschale wurde erneuert", freut sich Pfarrer Alfred Beißer. Das beinhaltet die farbliche Erneuerung des Raumes ebenso wie die Sanierung der Nordwand. Hier wurde bis zur Höhe der Apostelkreuze der schadhafte Putz abgeschlagen und erneuert.

Staub auf den Bildern

Im Altarraum sortiert Edi Guzik, Maler aus Kemmern, die abgenommenen Kreuzwegbilder, um sie sorgfältig zu reinigen. Die Staubschicht ist unübersehbar. Das Gleiche passiert mit den Heiligenfiguren. Ein Leutenbacher hat sich bereits als Sponsor für eine Heiligenfigur gemeldet.
Er soll Nachahmer finden, hofft Pfarrer Alfred Beißer. Im Altarraum wird das Chorgestühl durch einfache Bänke ersetzt. Der Raum soll offener und freundlicher werden, sagt Pfarrer Beißer. Der alte gotische Taufstein mit den Verzierungen im Stein rückt in den Kirchenraum, weg von der Nische neben dem Seitenaltar. "Ich möchte, dass die ganze Familie um den Taufstein stehen kann", erklärt Pfarrer Beißer. Dafür musste die vorderste Bankreihe auf beiden Seiten weichen. Allerdings eröffnen sich damit auch neue Möglichkeiten in der Gestaltung der Liturgie. Auf dem Weg zur Empore fällt die Wendeltreppe auf, die bisher bei jedem Schritt knarzte. "Die Handwerker wunderten sich, dass die noch gehalten hat", sagt Lydia Heilmann.

Statiker legt Veto ein

Am Glockenstuhl waren in den 50er Jahren Teile des Gebälks herausgenommen worden, um Platz zu schaffen für die vierte Glocke. Als jetzt die Glockenjoche erneuert wurden, entdeckte die Handwerker beim Abnehmen der Glocken einige Mängel. Der Statiker legte sein Veto ein. Am 19.Dezember findet ein Termin mit dem Denkmalamt zum weiteren Vorgehen statt. Ein neuer Glockenturm, so Beißer, wäre billiger, als den alten zu restaurieren.
Dennoch: Das Weihnachtsfest können die Leutenbacher Gläubigen in St. Jakobus feiern. Da dürfe es sie kaum stören, dass sich die Arbeiten an einigen Details noch bis ins Frühjahr hinziehen. Insgesamt belaufen sich die Sanierungskosten auf rund 560 000 Euro. 65 Prozent trägt das Erzbistum Bamberg, 90 000 Euro steuert die Oberfankenstiftung bei. Die Gemeinde Leutenbach schießt 15 000 Euro zu.