Die Wartezimmer füllen sich. Am Eröffnungstag des Ärztehauses in der Krankenhausstraße 8 herrscht Hochbetrieb. Die sieben Ärzte des neuen Zentrums für Orthopädie und Chirurgie sind gerne für die Patienten da. Die Ampelfarben rot, gelb und grün weisen den Patienten den Weg zu den Behandlungsräumen.

Zwei Sprechstundenhilfen kümmern sich im Back-Office um die Koordination der Termine. So vermeiden sie störende Anrufe während der Betreuung der Patienten. "Es ist wirklich viel ruhiger als früher", betont Eike Schuster, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Seine Schwerpunkte liegen zum Beispiel auf Fußchirurgie, Kinderorthopädie oder Laser- und Magnetfeldtherapie. Sein Kollege Lothar Unterburger ist unter anderem Spezialist für Akupunktur.

Die künstlichen Hüftgelenke oder Knieprothesen setzt den Patienten Franz Roßmeißl nebenan im Klinikum ein. Der Facharzt für Endoprothetik ist seit 1998 Belegarzt am Krankenhaus Forchheim und freut sich über nun kurze Wege zu seiner Praxis. Dennoch wird auch im zweiten Stockwerk des Ärztehauses operiert. Bereits gestern kamen zwei Patienten unters Messer. Mediziner Hans-Ulrich Neglein und seine Kollegen reparieren Schultern, Hände, Füße, Kreuzbänder und Leistenbrüche; alles ambulant. Operiert wird von 6.15 Uhr bis 13.30 Uhr.

Für einen reibungslosen Ablauf sorgt ein ausgeklügeltes Schleusensystem. Im Besprechungsraum gibt es den letzten Medizincheck, ehe der Patient seine Wertsachen wegschließt und von den "grünen Männchen" im sterilen OP-Bereich empfangen wird. Chirurg Neglein braucht für seine Operationen - meist unter einer Lupe - nur wenige Minuten. "Zehn Minuten nach der Narkose kann der Patient wieder Karten spielen", lacht der Mediziner, der schon mal Sehnen und Nerven verpflanzt. Bis zum Aufwachraum wird der Patient lückenlos überwacht.
Vor allem die Hygiene ist für den Facharzt ein wichtiger Aspekt. "In zwei Spülmaschinen werden die benutzten Instrumente gesäubert, und anschließend unter der Lichtlupe auf Keimfreiheit und winzige Rückstände überprüft", erklärt der Hygienebeauftragte der Gemeinschaftspraxis. In Boxen mit speziellen Luftfiltern werden die Instrumente bis zur nächsten Operation aufbewahrt.

Zurück im Treppenraum empfängt den Besucher das Kreischen einer Kreissäge. Noch wird gearbeitet, denn in der ersten Etage soll demnächst die Onkologie einziehen. In den Räumen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der UGeF im ersten Stock gibt es noch kein Telefon (Öffnungszeiten: Mittwoch, 17 bis 21 Uhr; Freitag, 18 bis 21 Uhr; Samstag und Sonntag, 9 bis 21 Uhr; Feiertag, 9 bis 21 Uhr; Vorabend Feiertag: 18 bis 21 Uhr). Auch die Stühle für die Wartezimmer sind noch verpackt. Auch die Räume von Sprachtherapeutin Pamela Müller und Ergotherapeutin Margarete Landgraf sind noch verwaist.

Dafür ist die Apotheke im Erdgeschoss bereits gut besucht. Hier fischt ein Roboter per Knopfdruck das richtige Medikament aus den Regalen. Die Angestellten von Apothekerin Jutta Rudl haben mehr Zeit für die Beratung der Kunden, beispielsweise in Sachen Aroma-Therapie. "Außerdem sind wir die einzige Apotheke, die Zytostatika, synthetische Substanzen, die das Zellwachstum hemmen und in der Krebstherapie eingesetzt werden, selber herstellen", so die Chefin.