Forchheim Matthias Mösel war 20 Jahre "auf Wanderschaft". Als Hotelmanager in der Schweiz und in Österreich hat er gelernt, was Willkommenskultur bedeutet. Dieses Wissen setzt er nun mit seinem Jugendfreund Thomas Siebenhaar in Forchheim um.

Mösel kommt aus Wiesenthau, Siebenhaar aus Dietzhof. Als Jugendliche standen sich die beiden auf dem Fußballplatz gegenüber, jetzt spielen sie im Team, um eine eigene Hotelkette aufzubauen. Das erste Haus dieser Kette steht in Forchheim. Die Bauplätze für die nächsten Hotels in Coburg und in Erlangen hat Thomas Siebenhaar (Geschäftsführer der Firma Projekt Bauart) bereits erworben.

Arivo, der Name des Hotels, ist dem italienischen Wort "arrivo" (Ankunft) entlehnt. Zwei Jahre lang haben sich die beiden Geschäftsführer Thomas Siebenhaar und Matthias Mösel und die Innenarchitektin Caroline Dippold Gedanken gemacht: Wie kann man den Reisenden und den Menschen in der Stadt gleichermaßen gerecht werden? Langzeitwohnen und Gastronomie, das sind die beiden Standbeine des 16 Millionen-Euro-Projektes in der Bayreuther Straße 1.

Wer das Hotel betritt, entdeckt nur eine kleine Rezeption zwischen Restaurant und Bar; die übliche Lobby gibt es nicht. Der Gastraum wartet mit einem Stilmix aus regionalen Bauteilen auf: Die Decke ist aus Altholzdielen gebaut, die Raumteiler aus Fachwerkelementen. Die Kabel sind in Rohren auf der Wand geführt, das Licht kommt aus Lampen im Industrie-Style.

"Ankommen in Forchheim und in Franken", diese Idee stehe hinter der Gestaltung, sagt Matthias Mösel. Wer sind die ersten Langzeit-Wohngäste? Die Palette reicht vom Apotheker, der Vertretungen in der Fränkischen Schweiz macht; über den Polizisten, der hier während seiner Meister-Ausbildung wohnt; bis hin zum Ingenieur aus Indien, der für seine Firma in Forchheim arbeitet. Die Apartments, die ab 980 Euro pro Monat (inclusive aller Nebenkosten) gemietet werden können, sind wie Einzimmer-Wohnungen mit Küche und Bad eingerichtet.

"Das Konzept denkt stark an die Business-Kunden", sagt Thomas Siebenhaar. Er selbst sei acht Jahre lang geschäftlich fast nur auf Reisen gewesen. Und habe dabei wohnliche Unterkünfte schätzen gelernt. "Mit unserem Konzept positionieren wir uns zwischen dem klassischen Hotel und einer Wohnung - das beste aus beiden Welten."

Der 17. Entwurf passte

Am meisten hat sich Matthias Mösel den Kopf über die "Gastro-Idee" zerbrochen. Regional sollte die Küche sein, aber wegen der internationalen Gäste nicht rein fränkisch. "Ich habe 16 Entwürfe ausprobiert und wieder verworfen", sagt Matthias Mösel. Ein "Lokal für Jedermann" sei es geworden: Blaue Zipfel und "Franken-Tapas" stünden ebenso auf der Karte wie Suppen, vegane und vegetarische Kost oder Rinderfilet.

Außerdem würden von Montag bis Freitag mittags zwei günstige "Handwerkergerichte angeboten". Matthias Mösel betont, dass das Hotel als "Gasthaus für alle Forchheimer" gedacht sei. "Die Preise liegen im mittleren Segment." Besonders interessant könnten die Öffnungszeiten sein, meint der Hotelfachmann: "Wir haben keinen Ruhetag, das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Die Küche ist täglich durchgehend von 11 bis 21.30 Uhr geöffnet."