Die Idee kam Gabi Junghans beim Kaffeetrinken, als sie im Sommer auf dem Forchheimer Rathausplatz saß und die Passanten beobachtete: Ältere Menschen und Menschen mit Handicap sollten sich bequemer durch die Innenstadt bewegen können.

Sieben Taxis der Unternehmerin aus Adelsdorf sind in Forchheim bereits unterwegs. "Warum nicht auch ein Fahrrad-Taxi für die engen Gassen und die Fußgängerzone", dachte sich Gabi Junghans. Und sie beauftragte ihren Mitarbeiter Frank Raasch mit einem Rikscha-Projekt für Forchheim.


Mit der Rikscha einkaufen fahren


Der 49-Jährige stammt aus Berlin, wo er gute Erfahrungen mit Rikschas gemacht hat. Denn Frank Raasch hat eine Gehbehinderung und kennt das "gute Gefühl", in eine Rikscha zu steigen und zum Einkaufen zu fahren. "Oder man betrachtet einmal seine Stadt aus der Rikscha heraus: Es ist ruhig und bequem - eine ganz andere Wahrnehmung..." Gabi Junghans hat sich unter den älteren Taxi-Gästen in Forchheim umgehört. Tenor: Eine Rikscha wäre eine feine Sache.

Daher hat Frank Raasch bei einem Hersteller in Baden-Württemberg den Bau der ersten Forchheimer Rikscha in Auftrag gegeben. Rund 6000 Euro kostet so ein dreirädriges Gefährt für zwei Fahrgäste: Im Frühjahr wird es vom Rathaus aus auf Jungfernfahrt gehen. Der Tarif stehe noch nicht fest, sagt Frank Raasch, "aber es ist günstiger als Taxifahren". Fest stehen jedoch die Anforderungen an den Chauffeur: Er benötigt aus versicherungstechnischen Gründen einen Auto-Führerschein; er muss einigermaßen gut trainiert sein, obwohl die Rikscha mit einem kleinen Elektromotor (für Steigungen) ausgestattet ist; außerdem muss der Chauffeur ansatzweise die Qualität eines Fremdenführers mitbringen.


Der Fahrer als Stadterklärer


"Ein cleverer Fahrer sollte seinen Gästen ein Stück der Forchheimer Geschichte näherbringen können", sagt Frank Raasch, "daher werden wir jeden Fahrer schulen."

Auch Roland Brütting betritt "Neuland", wenn es um das Rikscha-Thema geht. "Rechtlich gilt die Rikscha als Fahrrad", sagt der Chef des Verkehrsamtes. Daher sei er selbst überrascht gewesen, dass Rikscha-Fahrten unter das Personen-Beförderungsgesetz fallen. Weil das etwa 1,30 Meter breite Fahrzeug jeden Radweg blockieren würde, werde die Stadt "eine Ausnahmegenehmigung von der Radwege-Benutzungspflicht erteilen". Die Idee, älteren und gehbehinderten Menschen für ihre Einkäufe einen Rikscha-Dienst für die Innenstadt anzubieten, hält Roland Brütting für eine "gute Zielsetzung". Und auch für den Tourismus dürfte die Rikscha "eine Bereicherung" werden, meint der Chef des Verkehrsamtes.