Hollfeld blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Es wurde im Jahr 1017 zum ersten Mal urkundlich als "Holevelt" erwähnt, als der Bischof von Würzburg die Kirchen-Zehnten der einst zu Hollfeld gehörenden Dörfer an den Bamberger Bischof abtrat. Das bedeutet, Hollfeld kann in drei Jahren 1000-jährigen Geburtstag feiern.
Baptist Roppelt, Chronist des Bistums Bamberg berichtete 1801 über den Ort: "Es hat einen Pfarrey, zwei Bürgermeister, einen Stadtschreiber und sieben Rathsverwandten. Das Städtchen hat eine Pfarrkirche zur hl. Maria, eine zur Kapelle zu St. Salvator, ein Spital, Schulhaus und Kirchnershaus, ein Gemeindehirtenhaus, zwei Gemeindebrauhäuser und vier Thorhäußer, in denen zweyen die Nachtwächter ihre Wohnung haben, ein Rathaus, einen Gasthof, 1650 andere Häuser und 75 Städel".


Zwei Kommunbrauhäuser

Nicht gerade üppig die Ausstattung mit Wirtshäusern, könnte man anmerken. Andererseits sprechen die beiden Kommunbrauhäuser dafür, dass viele Hollfelder ihr Bier selber brauten. Wer Bier brauen will, braucht das entsprechende Stadtrecht dazu. Das bekam Hollfeld nach der Festschrift "650 Jahre Stadt Hollfeld" 1326 verliehen, elf Jahre nach Waischenfeld und drei Jahre nach Ebermannstadt. Damit haben die drei wichtigsten Orte im Wiesenttal ihre wirtschaftlichen Wurzeln in der Stadterhebung. Und sie haben noch eine Gemeinsamkeit: Sie gehören zum Bistum Bamberg.

Als Grenzfestung zwischen dem Hochstift Bamberg und dem Markgrafschaft Kulmbach-Bayreuth spielte Hollfeld eine bedeutende Rolle, was aber auch Nachteile mit sich brachte. Der Ort wurde wie viele andere Nachbarstädte durch Kriege mehrmals zerstört.

Die Gemeinde Hollfeld entstand im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern im Jahre 1818. Von 1862 an war Hollfeld eine Distriktgemeinde mit 89 Orten und einem eigenen Krankenhaus, bevor es 1919 mit Ebermannstadt zu einem Bezirksamt vereinigt wurde. Aus dem Bezirksamt wurde der Landkreis Ebermannstadt. Im Rahmen der Gebietsreform kam Hollfeld durch die Eingliederung von acht Gemeinden in mehreren Schritten zur Bildung einer Großgemeinde, die dann mit knapp 6000 Einwohnern zum Landkreis Bayreuth wechselte.


Initialzündung erfolgte 1891

Der Tourismus in Hollfeld begann, wie auch in Ebermannstadt und anderen Orten mit der Gründung eines "Verschönerungsvereins", der hier 1891 ins Leben gerufen wurde. Vereinsziele waren u.a., Wanderwege anzulegen, Aussichtspunkte und Sitzgelegenheiten anzulegen, sagt die Vereinschronik.

1904 kam ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor hinzu: Die Einweihung der neuen Bahnlinie von Bayreuth nach Hollfeld. Sie brachte zusätzliche Gäste in das Städtchen. 1978 wird Hollfeld als Erholungsort prädikatisiert. Der Tourismus boomte unvermindert weiter - bis auf den heutigen Tag. Auf der Homepage der Stadt wird das deutlich. Dort heißt es unter anderem: "Auf einem kurzen Rundgang durch die Stadt erschließen sich viele Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, die alte Stadtbefestigung, unsere Türkei, eine brennende Wand und vieles mehr."
Kunst und Kultur, das sind die touristischen Schwerpunkte heute: Angefangen vom Fränkischen Theatersommer, der hier im Gebäude von St. Gangolf seinen Anfang nahm, bis hin zur Museumsscheune, den neuen Terrassengärten, dem Ideenhaus und dem Kino.

Was der Reiseschriftsteller Joseph Heller 1829 über den Ort sagte, gilt auch heute noch: "Dieses Städtchen liegt auf dem Gebirge an der Landstraße von Bamberg nach Bayreuth. Es hat gut gebaute Häuser, breite Straßen und ein freundliches Ansehen."