Hans Joachim Kurkowski, der Mann mit dem mächtigen Rauschebart, ist zweifelsohne eine der Haupt-Attraktionen des Handwerkermarktes rund um die Kaiserpfalz. Der Bonbon-Kocher aus Lauingen gießt die 150 Grad heiße Zuckermasse mit Himbeergeschmack auf die drei Zentner schwere Marmorplatte in seiner mobilen Bonbon-Fabrik, knetet den Teig und dreht ihn durch eine Walze. Er schneidet für die Zuschauer aber auch ein Stück von der Kau-Masse ab und lässt die Zaungäste einen Lutscher daraus formen. Nebenbei erzählt er, wie er Bonbon-Kocher wurde und woher er die Rezepte hat.

Carlo Zanoni aus Neustadt an der Aisch braucht keine Rezepte. Auf der Suche nach Material für seine kreativen Einfälle stieß er auf Kaffeebohnen. Er ist der erste Bohnen-Designer und hat aus dem Kaffee-Grundstoff eine Schmuck-Kollektion gefertigt. Gesetzlich geschützt. "Der Schmuck hält ewig", behauptet Zanoni. Allerdings empfiehlt es sich, die Kaffeebohnen-Halskette beim Duschen abzulegen.

Kreativität schreibt auch Möbelschreiner Ludwin Sartoris groß. Der "Holzwurm" mit Wandobjekten, Skulpturen und Kleinmöbeln wirbt auch für seine "Vulkaneifel-Akademie" für Kunst und Handwerk. Damit Kinder den Werkstoff Holz entdecken, dürfen sie an seinem Stand drechseln.

Bei der Dipomdesignerin Katrin Lütjohann aus Erlangen und dem Karlsruher Friedrich Emde verbinden sich Kunst und der Sinn für das Praktische. Beide können offenbar nichts wegwerfen. Deshalb verwandelt Lütjohann ausgediente Pinsel in Deko-Objekte, und Emde lässt mit viel Phantasie aus alten Tassen, Deko-Leuchten entstehen, kombiniert Aktenordner und Hosenträger zu einem Notizbuch und gibt ausgedienten Waschlappen mit Metallschnalle und Kugelkettchen ein zweites Leben als Brustbeutel für die wertvollsten privaten Dinge.

Henny Riedl, Bad Staffelstein, lässt aus Esparto-Gras Vasen entstehen oder flicht Einkaufskörbe, die durch Kunststoff-Träger einen wirkungsvollen Kontrast erhalten. Mit bunten Glasperlen beschäftigt sich Ursula Distler, Dozentin für Glasgestaltung, aus Nürnberg. Sie fertigt auch Skulpturen aus Glas oder eine gläserne Hand als Beweis für verlorenes Glück. Ob Keramiker, Hut- oder Schuhmacher, Schmiedemeister oder Schmuck-Designer, die Aussteller werden einmal mehr dem Ruf des Marktes gerecht. Präsentiert wird Ausgefallenes und Ausgezeichnetes.