Die Sache wird nicht billig. Über 300 000 Euro muss die Gemeinde Heroldsbach in den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen "In der Hub", "Erlebnispark/Schule" sowie "Kindergarten und Gebetsstätte" investieren. Diese Haltestellen, so Bürgermeister Edgar Büttner (SPD) seien die wichtigsten und daher priorisiert worden. Weitere Haltestellen müssen folgen, denn bis 1. Januar 2022 soll nach dem Willen der Bayerischen Staatsregierung ganz Bayern barrierefrei sein.

"Der Landkreis kann gut planen und den Kommunen in die Tasche greifen" polterte CSU-Fraktionschef Hermann Vortmann. Jürgen Schleicher (JB) dagegen verteidigte die Planung. Das sei eine "sinnvolle Investition in die Zukunft", eine Ansicht die Benedikt Graf von Bentzel (CSU) teilte.

Leitfaden

Peter Münch (FW Oesdorf) verwies auf den Leitfaden "barrierefreie Gemeinden. Die drei Bushaltestellen seien erst der Anfang. "Aber schon aus Eigennutz sollten wir dieses Thema vorantreiben", fand Münch, der auf die zunehmende Zahl älterer Menschen verwies. "In wenigen Jahren sind wir froh, wenn der Rollator durch keine Bordsteinkante gebremst wird", so Münch.

Mit Rampen und Noppen

Wie die barrierefreien Haltestellen aussehen, erläuterte Bauamtsleier Michael Engelhard. Für alle Haltestellen sei das so genannte "Kasseler Bord", ein 21 Zentimeter hoher abgerundeter Randstein vorgesehen. Von da aus könnten die Bus-Passagiere ebenerdig in die Niederflurbusse einsteigen. Die Haltestellen würden auf eine Breite von drei Metern ausgebaut, um eine entsprechend große Aufstellfläche zu erhalten. Die Busbuchten würden aufgelöst, so dass die Busse künftig auf der Straße halten. Die Barrierefreiheit wird durch Rampen mit einer maximalen Steigung von sechs Prozent sichergestellt.

Boden-Indikatoren in Form von Platten mit Noppen- und Rippenstrukturen sollen eingebaut werden, damit sich blinde und stark sehbehinderte Menschen besser in ihrer Umwelt orientieren können. Flächen mit Bodenindikatoren, wie sie am Busbahnhof bereits realisiert seien, gelten für blinde und sehbehinderte Menschen als sichere Bewegungs- und Aufenthaltsbereiche, erläuterte Engelhard.

Ohne elektronische Anzeige

Thorsten Neubauer (CSU) fragte an, ob im Zuge der Umbaumaßnahmen auch gleich die elektronischen Fahrtafeln mit Zeitanzeigen errichtet werden könnten. "So weit sind wir noch nicht", bedauerte Bürgermeister Edgar Büttner. Der für den öffentlichen Personen-Nahverkehr im Landkreis zuständige Abteilungsleiter Klaus Hummel beim Landratsamt habe dazu geraten, allenfalls Leerrohre für eine spätere Installation der Technik vorzusehen.

Spargedanken von Räten, die an der Haltestelle Erlebnispark/Schule und am Kindergarten eine Bushaltestelle für ausreichend erachteten, erteilte Bauamtsleiter Engelhard eine Absage. Haltestellen müssten an beiden Seiten der Straße, bzw für jede Fahrtrichtung errichtet werden. Das Gremium befürwortete die Planung ohne Gegenstimme.