Georg Wiemann hat seinen Sonntag auf dem Balkon verbracht und gelesen. "Die entscheiden sowieso, wie sie wollen", lautet seine Begründung für die Nicht-Teilnahme an der Wahl. Seit Jahren interessiert sich der Forchheimer nicht mehr für Kommunalpolitik. Erst wenn die Bundestagswahlen 2017 anstehen, wird auch Georg Wiemann wieder sein Kreuz machen. "Da kann ich wenigstens noch was bewirken."

Schlichtweg vergessen

Auch Silvia Frank ist der Urne fern geblieben, stattdessen hat sie sich einen gemütlichen Tag zu Hause gemacht. "An die Wahl hab ich überhaupt nicht mehr gedacht", gibt die 53-Jährige zu. Trotz blauem Himmel hat Annemarie Händel gewählt. Ihren Sonntag verbrachte die 73-Jährige auf dem Balkon und im Garten - nachdem sie ihre Stimme abgegeben hat. "Das schöne Wetter muss man einfach ausnutzen."

Wer bei Sonnenschein nicht ins Wahllokal will, könnte auf die Briefwahl zurückgreifen so wie Andreas Damerow. Er hat bereits vorher seine Stimme abgegeben, konnte so am Sonntag seinem "Hobby" nachgehen. "Ich war am Nürnberger Flughafen und habe Iraker für Siemens abgeholt." Zum Ausgang der Wahl sagt Andreas Damerow nur: "So wie's kommt, so kommt's!"

Mit einem Buch hat es sich Gunter Königs auf der Terrasse bequem gemacht. Nach der Lektüre hat der 69-Jährige via Laptop im Internet gesurft. Seine Wahlunterlagen hatte er bei Zeit mit der Post verschickt. Inge Betz, die Inhaberin des Blumengeschäftes in der Hauptstraße, hat den Sonntag im Ausland verbracht. Auch sie hatte schon vorab gewählt.

Eine Wanderung in der Fränkischen Schweiz ist bei Sonnenschein ein Genuss. Das dachte sich auch das Ehepaar Kimmel und startete eine 15-Kilometer-Tour in Hollfeld. Die Beiden sind erst kürzlich nach Forchheim gezogen und kannten deshalb die Kandidaten nicht. Sie haben nach Partei gewählt. Die Briefwahl sehen sie als Mittel, um unabhängig zu sein am Wahltag. "Wir gehen grundsätzlich zu jeder Wahl", betont der 64 -jährige Dieter Kimmel.