Nachwuchs auszubilden für den "Club", die "Kleeblättler" oder Jahn Forchheim ist eher ein Nebeneffekt. "Wir erhoffen uns vorderste Plätze bei den Schulsport-Wettbewerben, möglichst auf bayerischer Ebene", gibt Sportlehrer Thomas Beckenbach das Ziel der Kooperation mit dem TSV Ebermannstadt vor.

Unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wurde die Talentförderung "auf eine breite Basis gestellt", verdeutlicht Markus Nagel, Lehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, der beim FC Burk die D-Jugend trainiert.

In dem auf zwei Jahre angelegten Projekt, Teil der Förderkampagne "Doppelpass 2020", werden die Kicker in der Schulsport-Arbeitsgemeinschaft vom Trainer Lothar Müller gefördert. Das war eine Bedingung des DFB, dass nur ein Lizenz-Trainer die Übungseinheiten leiten darf, berichtet Beckenbach.

In neunter und zehnter Stunde

Am Mittwoch in der neunten und zehnten Stunde trainieren wechselweise die Jungs der Jahrgänge 2000/01 und 2002/03. An guten Spielern herrscht kein Mangel. Da sind viele, die spielen bereits in Vereinen wie Baiersdorf, Burk, Bamberg oder in einem Team aus der Fränkischen Schweiz. 23 Hoffnungsträger haben die Späher in der älteren Gruppe, um die 15 bei den Jüngeren entdeckt. Sie nimmt Lothar Müller, Jugendtrainer des TSV Ebermannstadt, unter seine Fittiche.

Der offizielle Startschuss für das Projekt, das DFB-Präsident Wolfgang Niersbach unterzeichnet hat, fiel nun mit der ersten Übungseinheit in der Mehrfachhalle in Ebermannstadt. Hier ging es erst einmal darum, dass sich die Jungs kennen lernen. "Je besser sie aufeinander eingespielt sind, desto mehr harmonieren sie", erklärt der TSV-Coach.

Im Spiel drei gegen drei auf ein improvisiertes Tor, das der Trainer mit Hütchen markiert, sollen sie nicht den schnellen Erfolg suchen, sondern den freien Mann. Es gilt, anspielbar zu sein bzw. den Ball zu einem freien Mann zu passen und sich sofort wieder als Anspielstation anzubieten.

Technisch gut

"Technisch sind die Jungs bereits sehr gut", findet Lothar Müller, der dennoch Dribblings, das Pass-Spiel und vor allem das "Spiel ohne Ball" übt. "Wir setzen auf euch und erwarten, dass ihr bei den Schulsport-Wettbewerben im nächsten Jahr auf Kreisebene erfolgreich seid und dann möglichst viele Teams auf Bezirks- oder Landesebene hinter euch lasst", motiviert Lehrer Tobias Beckenbach die Jungs. Er jagte früher für den "Club" und den VfL Nürnberg dem Leder nach und unterrichtet am Gymnasium Fränkische Schweiz Sport und Wirtschaft.

Er hat sie darauf eingeschworen, das Training ernst zu nehmen. Mit einem eingespielten Team soll nicht schon wieder bei den Nordbayerischen Meisterschaften Schluss sein, hofft der leidenschaftliche Kicker.

Die Rahmenbedingungen seien ideal, finden die Kooperationspartner. Denn der TSV Ebermannstadt hat alle Teams von der A- bis zur D-Jugend mit eigenen Spielern besetzt und kann auf entsprechende Zahl von engagierten Trainern zurückgreifen. Mit der Mehrfachturnhalle der Stadt gibt es genügend Übungsmöglichkeiten, und ab Frühjahr bietet das Trainingsgelände des TSV Ebermannstadt mit Kunstrasen und Kleinfeld-Spielplatz optimale Voraussetzungen.