Ein völlig schwarz abgedunkelter Raum, ein rabenschwarzer Bühnenhintergrund und ebenfalls vollständig in Schwarz gekleidete junge Schauspielen: Das alles verrät schon, dass es sich hier um kein gewöhnliches Theaterstück handeln kann. "Aladin - irgendwie anders" lautet das Stück, das den Hinweis auf etwas Außergewöhnliches schon im Namen trägt. Gespielt wird im und mit Schwarzlicht. Die, die sich diese künstlerische Herausforderung ausgesucht haben, sind die Kinder aus der Klasse 4b der Gräfenberger Grundschule.

Dann öffnet sich der Bühnenvorhang. Einzelne Buchstaben tanzen leuchtend in der Luft. Sie alle bilden das Wort "Aladin". Musik setzt ein. Sie führt den Zuschauer in den Orient, dort, wo Aladins Geschichte spielt. Erzählt wird sie von Sandy. Immer wieder kommen Schauspieler auf die Bühne und veranschaulichen das, was Sandy gerade erzählt.

"Es war schon schwierig"

Für die Zuschauer erkennbar sind nur geschminkte Gesichter oder etwas Kleidung: hier ein Umhang, dort eine Krone oder einen Turban. "Am Anfang war es schon schwierig", erinnert sich Tim. Er mimt den Aladin.

Auch Andreas hat sich anfangs schwergetan: "die Bewegungen oder auch das Laufen im Dunkeln." Denn gerade der schwarze Tüll, den die Schauspieler vor Augen hatten, machten die Schauspielerei zu einer großen Herausforderung. Das Stück hat Carolin Mader mit den Schülern der 4b erarbeitet. Das Einstudieren und Proben war Teil ihrer Seminararbeit. Die Forchheimerin hat Lehramt studiert und hat jetzt in Gräfenberg ihr Referendariat gemacht.

Alles begann mit dem Bau der Kulissen und der Requisiten. Ob es der Zwiebelturm war, die Wunderlampe, die Palmen oder das Kamel - all das bastelten die Kinder aus UV-Pappe. Diese Pappe hat die Eigenschaft zu fluoriszieren. Nur so kann ein Stück im Schwarzlicht überhaupt aufgeführt werden.

Dasselbe galt für die Leuchtkostüme. Diese hat fast alle Kerstin Schütz gefertigt. Sie ist Maders Betreuungslehrerin. Vier Monate bastelten, malten und schrieben die Kinder an ihrem Stück. "Wir spielen nicht das bekannte Aladin-Stück von Disney. Wir haben schon vieles geändert", erklärt Mader.

Das Lachen tut gut

Der böse Zauberer ist natürlich aber auch in Gräfenberg dabei. Als Onkel gibt er sich aus und lockt den jungen Aladin mit einem Diamanten. Angeblich will er Aladin das Zaubern beibringen.

Dann kommt Aladin der vermeintliche Onkel aber doch komisch vor. Und dann lässt der böse Zauberer schließlich die Maske fallen. Die Wunderlampe findet den Weg zu Aladin, doch die Wünsche erfüllt ein Zwerg dem jungen Mann. Regelmäßiges Gelächter aus dem Elternpublikum, signalisiert den Schülern, dass ihr Stück gut ankommt.

Den Mienen der Besucher können sie ja nichts ablesen. Es ist ja vollkommen dunkel im Raum. Aladin nennt seinen Wunsch. Am Ende bedankt sich das Publikum mit tosendem Applaus für die Mühe und die Kreativität der Schüler.

Die jungen Darsteller nehmen die Ovationen stolz entgegen. "Das ist sehr gut. Es hat viel Spaß gemacht", sind sich die 18 Schüler einig. Von dem Projekt "Schwarzlichttheater" waren sie genau so fasziniert wie ihre Lehrerin Carolin Mader. Die Leuchtkraft ist das Geheimnis, das alle in den Bann gezogen hat.