Da es auch in närrischen Zeiten nicht mehr ohne Datenschutz geht, gab es auf der Prunksitzung der Heroldsbacher Narren vorab den nicht ganz ernst gemeinten Hinweis: Wer weder gehört noch gesehen werden wollte, möge sich bitte unter der Visagenabdeckvorrichtung, einer Tüte, aufhalten. Oder auf gut fränkisch: Glodzer zu und Goschn haldn.

Die Prinzenpaare, Garden und der Elferrates zogen auf die Bühne und Hofmarschall Jürgen Schleicher stimmte mit dem "Hellsboch Helau" gleich mehrfach den närrischen Schlachtruf an. Neben örtlicher Politprominenz wie Bürgermeister Edgar Büttner, Landrat Hermann Ulm, Umweltminister Torsten Glauber, MdL Michael Hofmann und Pater Ludwig Müller von der Gebetsstätte war auch der Bezirkspräsident des Oberfränkischen Fastnachtsverbands, Norbert Greger, anwesend. Er ehrte Aktive für ihr jahrelanges Engagement auf der Bühne und brachte Freundschaftsbändchen für die Sternstunden-Aktion des Bayerischen Rundfunks mit. Ihr Verkauf brachte fast 1300 Euro für die Sternstunden ein. Greger verkündete, dass das Heroldsbacher Prinzenpaar Ines I. und Thomas I. nach Veitshöchheim eingeladen iss: "Schauen Sie am 22. Februar Fernsehen: Dort können Sie Ihre Majestäten bewundern."

Da die Tanzelfen über Superkräfte verfügten, Wichtel Feuer löschten und die Darbietung der Tanzgarden an Akrobatik erinnerte, waren die Zuschauer restlos begeistert. Als weltweit bekannter Indianerhäuptling Winnetou zankte sich Martin Langmar auf originelle Weise mit seiner Squaw, dargestellt von Klaudia Wieteck.

Emma Langmar wirbelte als Einzelmariechen genauso gekonnt über die Bühne wie Hanna Schmitt und Cosima Hornung als Doppelmariechen. Für jeden war die Begeisterung zu spüren, die die Mariechen bei ihrer Aufführung hatten - der Beifall zeigte es deutlich. Anna Lena Zenk, Linda Schleicher und Daniela Heilmann wagten sich in die Kinderbütt und wollten von der Prominenz wissen, wie gut es um deren Englischkenntnisse bestellt ist: "rumoxidieren", "homies" und "Rentnerbravo" gehöre schließlich nicht nur zum Jugendslang, sondern zur Allgemeinbildung.

Auch wenn die Heroldsbacher Weiher in diesem Winter nicht zum Eislaufen freigegeben werden, bereitet sich der örtliche Schwimmverein schon auf die nächste Saison in den "Naturbadeteichen" vor und übte Synchronschwimmen auf der Bühne.

Die Cheerleader heizten beim Superbowl den Spielern ein und in Anlehnung an die einst beliebte Sendung von Ilja Richter "Disco 77" trat die örtliche Prominenz in einen fröhlichen Wettbewerb, aus dem Thorsten Glauber als unangefochtener Sieger hervorging und mit einer Weinfahrt belohnt wurde.

MIt einem Tanz von Mumien und Pharaoninnen, trommelnden Handwerker des Musikvereins und den Vorteilen des Beckenbodentrainings ging es nach der Pause genauso rasant weiter.

Das Männerballett "Ladykracher" setzte einen fulminanten Schlusspunkt.