1635 Effeltricher und 312 Einwohner aus dem Ortsteil Gaiganz sind aufgerufen, am Sonntag, 17. Februar, darüber abzustimmen, ob auf dem Grundstück hinter dem Rathaus ein Supermarkt errichtet werden soll oder nicht. Diese Frage spaltet seit geraumer Zeit die ganze Gemeinde.

Während die Mitglieder der Bürgerinitiative mit aller Macht um die Realisierung einer zentrumsnahen Einkaufsmöglichkeit kämpfen, hat es der Rest der Bürger ganz und gar nicht eilig mit der Ansiedlung eines Supermarktes. Schon gar nicht auf diesem gemeindeeigenen Gelände.
Dennoch stehen die Investoren bereits Schlange, um in den Besitz des Grundstücks zu kommen. Vier Interessenten haben sich bislang bei Bürgermeister Richard Schmidt gemeldet. "Klar ist noch gar nichts. Erst einmal müssen wir das Ergebnis des Bürgerentscheides abwarten. Dann sehen wir weiter", betont Schmidt.

Ein Vorschlag, nichts weiter

Die Tatsache, dass es bereits eine Planung gibt, wonach auf dem Areal neben dem Supermarkt auch ein Ärztehaus mit vier Praxen und zwei Einfamilienhäusern entstehen sollen, stört den Bürgermeister nicht weiter. "Ein Vorschlag, nichts weiter ", kommentiert Schmidt, der darauf verweist, dass jede Planung, egal wie sie aussieht, erst einmal vom Gemeinderat abgesegnet werden muss. "Ein Ärztehaus in zentraler Lage würde gut in das Entwicklungskonzept der Kommune passen", findet Schmidt.

Sollte der Vorschlag der Bürgerinitiative eine Mehrheit bekommen, bedeute dies nicht zwangsläufig, dass die Kommune das 7500 Quadratmeter große Grundstück wirklich verkauft. Auch eine Bebauung auf Basis des Erbbau-Rechtes sei denkbar. Darüber befinde aber der Gemeinderat, betont Schmidt einmal mehr.

Das Hauptaugenmerk dieses Gremiums müsse darauf gerichtet sein, dass die Interessen der Kommune gewahrt bleiben. "Bei einem möglichen Verkauf brauchen wir Klauseln für den Fall, dass sich der Supermarkt nicht rentiert und leer steht. Dann braucht die Gemeinde eine Handhabe, um darüber bestimmen zu können, was mit dem Grundstück weiter passiert", fordert Richard Schmidt. Er denkt für diesen Fall an einen Rückkauf, ohne dass die Gemeinde dabei draufzahlt.

Verhandlungssache

Das alles sei Verhandlungssache. Das Grundstück dürfe keinesfalls "unter Wert" verkauft werden. Unter allen Umständen gelte es auch zu verhindern, dass ein Einzelner oder eine Investorengruppe mit dem Grundstück Profit macht, ohne dass die Kommune daran beteiligt wird. "Wir müssen alle Eventualitäten bedenken und Verträge so gestalten, dass die Gemeinde die Zügel in der Hand behält", findet Richard Schmidt. Er plädiert dafür, erst einmal in aller Ruhe wählen zu lassen und dann die weiteren Schritte in Angriff zu nehmen.

Spannende Entscheidung

Eine Prognose zu wagen, fällt schwer. Bei der (nicht repräsentativen) Internet-Abstimmung des FT über die Frage, ob Effel trich einen Supermarkt braucht, gab es zwar eine klar Mehrheit von über 60 Prozent Befürwortern, doch spricht sich nur knapp ein Drittel für einen Supermarkt hinter dem Rathaus aus. Die Entscheidung könnte knapp ausfallen, zumal bei der FT-Umfrage 46 Prozent sowohl das Bürgerbegehren der BI als auch das Ratsbegehren ablehnten. Für Spannung ist bei der Wahl am morgigen Sonntag auf jeden Fall gesorgt.