Die Fränkische Schweiz steht für Genuss - leckeres Essen, ausgezeichnete Getränke und wunderschöne Natur. Diese Elemente findet der Leser auch im fränkischen Genusskrimi "Schnüffelei und Schäufele" von Birgit Ringlein wieder, der im Emons-Verlag erschienen ist.

Die Protagonistin ist die 34-jährige Schlossköchin Dora Dotterweich, die auf dem fiktiven Schloss Lauenfels oberhalb vom erfundenen Ort Lauenburg mitten in der Fränkischen Schweiz lebt, kocht und Mördern hinterher schnüffelt. Von ihren Feinden wird sie "bauernschlaue Brutzelqueen" bezeichnet. Sie selbst beschreibt sich als "volljährig, vollschlank und vollbusig" und hat bereits in der ganzen Welt gekocht. Jetzt lebt sie aber wieder in der Fränkischen Schweiz. Sie ist so gar nicht neugierig, will aber wissen, wer der Täter ist, denn der alte Graf "Grapschhand" wird tot im Folterkeller des Schlosses aufgefunden - "aufgespießt wie ein Schmorhähnchen". Bei ihren eigenwilligen Ermittlungsmethoden kommt sie der Bamberger Kriminalpolizei ins Gehege, wird aber selbst auch immer wieder Opfer von Anschlägen.

Bis zum Schluss fiebert der Leser genussvoll mit, wer denn der Mörder des alten Grafen sein könnte: Vielleicht der junge Graf, der sonst seine Schlossgaststätte nicht eröffnen kann? Oder einer der dubiosen Angestellten, die illegale Nebenerwerbstätigkeiten betreiben? Oder eine der Frauen, die sich wegen der Übergriffe des "schweinischen Grapschers" rächen wollen?

Der Leser begleitet die fränkische Köchin gespannt bis zur gefährlichen Auflösung des Falls. Neben der Schnüffelei kocht Dora Dotterweich jedoch immer wieder für die Schlossbewohner. Wer die leckeren fränkischen Speisen dann so richtig genießen möchte, kocht sie einfach nach, denn der Genusskrimi ist um Rezepte ergänzt. Geschrieben ist er aus Sicht der Protagonistin; was sie nicht mitbekommt, bleibt auch für den Leser ein Rätsel. Freunde des oberfränkischen Dialektes werden das Buch genießen, denn in eben diesem ist es verfasst: Da klingelt ein Telefon nicht, sondern es "scheppert". Der Kommissar isst nicht einfach, sondern "haut rein, wie wenn er tagelang nix zu beißen g'habt hätt". Und Köchin Dora steht dem Grafen nicht einfach im Weg, sondern bleibt "wie ein Pottensteiner Dolomitbrocken vor ihm stehen".

"Schönste Landschaft"

Wie ihre Protagonistin arbeitete auch die Autorin und Fremdsprachenkorrespondentin Birgit Ringlein mehrere Jahre im Ausland und kehrte im Jahr 2000 wieder zurück nach Franken. "Für mich ist es ein Geschenk, dass ich hier leben darf, denn die Fränkische Schweiz hat die schönste Landschaft in Deutschland", sagt Birgit Ringlein.

Sie liebt das Kochen und hat bereits mehrere Kochbücher veröffentlicht. Unter anderem eines über die Schlossküche der Fränkischen Schweiz gemeinsam mit dem Kastellan von Schloss Greifenstein, Reiner Benker. "Ich beneide ihn, weil er auf einem Schloss leben darf. Da ich das nicht kann, lebe ich das halt in Dora Dotterweich aus", erklärt die Autorin, die sich freut, dass Dialekt nicht mehr als peinlich angesehen wird. Mittlerweile schreibt sie am zweiten Band und genießt dabei in ihrer Fantasie das Leben einer Schlossköchin.

Essen und Lesen: Rezept zum Nachkochen und der Krimi

Rezept Die Autorin Birgit Ringlein verrät ihr Rezept für den Fränkischen Krautsbraten. Zutaten: 500-1000 g Weißkraut, 2-3 gehackte Zwiebeln, 250 g gewürfeltes Schweinefleisch, 2-3 EL Butterschmalz, 750 g Hackfleisch, 4 Siedwürste, 2-3 altbackene, in etwas Milch eingeweichte Semmeln, 1-2 EL Kümmel, Majoran und Rosmarin nach Geschmack, Salz, Pfeffer nach Bedarf, Räucherspeckscheiben

Zubereitung Vom Krautkopf die äußeren Blätter entfernen, das Kraut waschen, vierteln, in Salzwasser dämpfen, sehr fein hacken oder durch den Fleischwolf drehen. Die Zwiebeln mit den Schweinefleischwürfeln in Butterschmalz anbraten, dann mit dem Hackfleisch, den aus der Haut gedrückten Siedwürsten, dem Kraut, den eingeweichten Semmeln und den übrigen Geschmackszutaten mischen und kräftig mit Majoran, Rosmarin, Salz und Pfeffer abschmecken. Den Fleischteig in eine mit Butterschmalz gut eingefettete längliche Bratpfanne geben und nach Bedarf mit Räucherspeckscheiben abdecken. Bei guter Hitze in der Röhre anbraten, danach die Hitze reduzieren und bei Mittelhitze etwa 45-60 min

weiterbraten. Dazu passen Salzkartoffeln.

Buch Birgit Ringlein - Schnüffelei und Schäufele - Ein fränkischer Genusskrimi, ISBN 978-3-7408-0535-7, 10,90 Euro, Emons-Verlag