"In diesem Jahr sollten wir das anders angehen", meinte Gerhard Mühlhäußer (CSU/BB) in der ersten Sitzung des Marktgemeinderats Pretzfeld 2018 und schlug vor, sich erst Gedanken über den Haushalt zu machen, bevor man über Ausgaben abstimme. Im konkreten Fall ging es um die Teilnahme am Kommunalen Energieeffizienznetzwerk im Landkreis Forchheim.
Die Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökol.) hatte das Gremium informiert, dass genügend Kommunen des Landkreises Interesse an der Teilnahme signalisiert hätten. Die Verwaltung hatte deshalb einen Beschluss für die Teilnahme der Marktgemeinde Pretzfeld vorgelegt, über den positiv abgestimmt werden sollte. Die Bürgermeisterin brachte als Beispiel vor, dass die Schule einen neuen Kessel benötige, der alte sei mittlerweile 30 Jahre alt. Dazu brauche man eine Beratung; man könne hier gleich die Beratungsdienste des Netzwerkes in Anspruch nehmen, bei dem es sich um ein Förderprogramm für Kommunen handle.


Programm auf drei Jahre

In ihren Unterlagen konnten die Räte lesen, dass das Programm drei Jahre dauert, im ersten Jahr auf die Marktgemeinde 750 Euro und in den beiden nächsten Jahren je 1200 Euro Kosten zukämen. Würde die Marktgemeinde energietechnische Beratungen in Anspruch nehmen, würden im ersten Jahr für bis zu 20 Manntagen 4800 Euro Kosten entstehen und in den weiteren zwei Jahren je 4000 Euro für bis zu zehn Manntagen. Rose Stark meinte, dass ohne das Netzwerk diese Kosten alleine für die Beratung und Ausschreibung für den Kessel in der Schule anfallen könnten. Im Netzwerk könne man sich jedoch noch wegen anderer Gebäude der Gemeinde beraten lassen.
Karl-Ludwig Grodd (WPA) ärgerte sich, da die Gemeinde bereits Geld für Untersuchungen für alternative Heizmöglichkeiten in der Schule ausgegeben hatte. Zweiter Bürgermeister Walther Metzner (WPA) fragte nach den Heizkosten in der Schule. Gerhard Mühlhäußer fand es nicht gut, dass das Gremium schon wieder über kleine Beträge entscheiden solle: "Am Jahresende heißt es dann wieder: ‚Sie haben ja alles beschlossen‘."
Damit erinnerte er an die Diskussionen in den letzten Sitzungen des vergangenen Jahres. Das Gremium hatte im Dezember kurzfristig und schnell über den Haushalt 2017 entscheiden müssen. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass man später vielleicht nicht mehr in das Programm einsteigen könne, konnte aber nicht genau sagen, bis wann ein Einstieg möglich ist.
Maria Hack (FA) fand 20 beziehungsweise zehn Manntage für Beratungen knapp bemessen und wollte wissen, welche Kosten auf die Gemeinde zukämen, wenn mehr Zeit benötigt würde. Das konnte nicht beantwortet werden.


Empfehlung für alle

Geschäftsführer Andreas Pfister erklärte, dass es sich um ein Netzwerk handle und gleiche Themen zusammen betrachtet werden; beispielsweise mehrere Schulen verschiedener teilnehmender Gemeinden. Dann gebe es eine Empfehlung für alle. Dritter Bürgermeister Gerhard Kraft (FW) wollte jedoch nur dann für das Projekt stimmen, wenn alle Zahlen und Fakten zur Verfügung stehen.
Viele Fragen der Räte konnten jedoch von der Verwaltung nicht geklärt werden. Das Gremium stimmte schließlich mit 6:8 Stimmen gegen eine Teilnahme am kommunalen Energieeffizienznetzwerk.