So vielfältig die Probleme sind, mit denen heutzutage Jugendliche konfrontiert sind - und ihrerseits andere konfrontieren - so mannigfaltig sind die Aufgaben der in der Jugendhilfe tätigen Akteure, die beratend oder kontrollierend tätig sind. Dabei spielt das Thema "unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" eine zunehmende Rolle. Dies zeigen die Jahresberichte, mit denen die Vertreter des Jugendamtes, der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Caritas und des Kreisjugendringes den Jugendhilfeausschuss informierten.

So stand in den Ausführungen von Jugendamtsleiterin Dagmar May das Thema "unbegleitete minderjährige Ausländer" gleich an erster Stelle. Mit 83 Flüchtlingskindern, die ohne Eltern ins Land geschleust worden waren, hatte der Landkreis kürzlich noch seine Höchstzahl - die jedoch momentan zurückgehe, wie Dagmar May berichtete. Wobei sie allerdings anmerkte, dass aber immer noch Zuweisungen erfolgen.


Millionenhohe Kostenerstattung

Das Jugendamt, das gesetzlich verpflichtet ist, für den Unterhalt, die Erziehung, Beschulung und Krankenversicherung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zu sorgen, habe die bisher entstandenen Kosten von 3,6 Millionen Euro vom Bezirk Oberfranken - zeitlich verzögert - zurückerstattet bekommen.

Von 13 minderjährigen Flüchtlingen, die Sprachintensivierungsklassen besucht hatten, befinden sich drei mittlerweile volljährige Flüchtlinge in einer betrieblichen Ausbildung. drei weiter hätten diese in Aussicht. Daraus resümiert Dagmar May: "Die Integration geht weiter".


Vom Flüchtlingszuzug geprägt

Auch die geschäftsführende Kreivorsitzende der AWO, Lisa Hoffmann stellt in ihrem Jahresbericht fest: "Das Jahr 2016 war wieder vom Flüchtlingszuzug geprägt". So seien dem Betreuungsverein der AWO Forchheim die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vom Amtsgericht und vom Jugendamt übertragen worden.Die Zahl dieser Kinder sei bis auf über 100 im ersten Halbjahr 2016 gestiegen. Auf Grund des Erreichens der Volljährigkeit habe die Zahl Ende des Jahres wieder abgenommen und liege jetzt bei 67 Jugendlichen mit Vormundschaft, Tendenz sinkend.. Man habe sehr schnell mehr qualifiziertes Personal einstellen müssen, berichtet Lisa Hoffmann und stellt fest: "Die Betreuung ist nach unserer Meinung aber auch weiterhin nötig - mit Begleitung bei Anhörungen, beim Suchen von Wohnraum außerhalb der Unterkünfte und bei der Begleitung bei Traumatisierung".

Lisa Hoffmann bezeichnet den Zuzug von Flüchtlingen als "eine besondere Herausforderung", was sich in der Hortarbeit und in den Ganztagesschulangeboten widerspiegele.


40 Kinder aus zehn Nationen

Der AWO Kinder- und Jugendhort werde derzeit von 40 Kindern aus zehn verschiedenen Nationen besucht, berichtet die Kreisvorsitzende. Seit Mai vergangenen Jahres gebe es im Hort in der Kasernstraße vormittags eine Mini-Grupe mit zwölf Vorschulkindern mit Asylhintergrund.. Die AWO habe jetzt auch ehrenamtliche Flüchtlingspaten eingesetzt, die Familien beispielsweise bei der Wohnungsuche begleiten und sie bei täglichen Problemen unterstützen. Diese Helfer würden von einer hauptamtlichen Sozialpädagogin der Arbeiterwohlfahrt unterstützt, betonte Lisa Hoffmann.

Zu den weiteren Aufgabengebieten der AWO gehören die seit langem bestehende Jugendhilfe, die ambulante Erziehungshilfe und die Hilfe für straffällige Jugendliche - alles Dinge, die, nach wie vor notwendig und nachgefragt seien.