Nun ist er weg, der Kran, der fast ein halbes Jahr lang schwere Bauteile und Material in die oberen Stockwerke des Querbaus im Jugendhaus Burg Feuerstein geschafft hat. Der zweite Bauabschnitt in der Sanierungsphase des Jugendhauses ist abgeschlossen. Zwar fehlt noch der Feinschliff, die Belegung des Querbaus läuft aber laut Pressemitteilung des Erzbistums Bamberg bald wieder an.

Lange Zeit wurde demnach trotz Einfach-Standard eine gute Belegung mit bis zu 30.000 Übernachtungen und 40.000 Verpflegungstagen pro Jahr im Haus erreicht. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten aber gezeigt, dass vor allem die Entscheider (Lehrer, Gruppenleitungen) sich mehr Komfort wünschten und Etagenduschen- und Toiletten nicht mehr zeitgemäß waren.

Wasser und Elektro

Auch die Wasser- und Elektroleitungen, teilweise noch aus der Gründerzeit des Hauses, verursachten immer mehr Probleme: Ausfall der Heizung, Wasserrohrbrüche, defekte Elektroleitungen und Verstopfungen von Abflüssen waren an der Tagesordnung. Auch in Bezug auf den Brandschutz wurden Modernisierungen erforderlich.

Die Erzdiözese Bamberg hat nach längeren Recherchen beschlossen, "die Burg" technisch auf den neuesten Stand zu bringen, den heutigen Belangen der Jugendbildungsarbeit anzupassen und dafür rund zehn Millionen Euro zu investieren.

Vier Bauabschnitte

Das Jugendhaus und seine Infrastruktur werden in vier Bauabschnitten saniert. Der bestehende Ensembleschutz auf das Gesamtbauwerk sowie die Sanierung im laufenden Betrieb machen die Arbeiten dabei nicht einfacher.

Der erste Bauabschnitt im Bereich der Kirchen und der Grundleitungssanierung wurde bereits im letzten Jahr abgeschlossen. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Querbau der Burg mit 22 Gästezimmern, im dritten folgt der Hauptbau mit 29 Gästezimmern, und der vierte Abschnitt umfasst das Personal- und Verwaltungsgebäude.

Große Schwierigkeiten bereiteten bisher immer wieder die "Überraschungen", die ein altes Bauwerk zu bieten hat, zumal vor allem aus der Gründerzeit des Hauses (1941) kaum brauchbare Aufzeichnungen und Pläne vorhanden sind. Selbst nach der kompletten Neuvermessung der Gebäudesubstanz, Kanalbefahrungen, Bauteilöffnungen und Probebohrungen zur Baumaterialanalyse blieben laut bischöflichem Ordinariat bei der konkreten Bauplanung noch viele Fragen offen, die erst im Verlaufe der eigentlichen Bauarbeiten geklärt werden konnten.

Keine "Trendsanierung"

Bei aller Sanierung solle das Flair des Hauses beibehalten werden, auch auf eine kurzlebige "Trendsanierung" werde bewusst verzichtet. Vor allem die dunklen Tagungsräume brauchten eine Grundsanierung und die Gästezimmer waren noch mit 1,90-Meter-Betten ausgestattet.

Zusätzliche Aufzüge

Beim Umbau wird zudem durch den Einbau zusätzlicher Aufzüge und breitere Türen die Barrierefreiheit erhöht, was dem Schwerpunkt Inklusionsarbeit des Jugendhauses zugute kommen soll.

Das Diözesanjugendwerk Burg Feuerstein hat - wie schon in den letzten Jahren immer wieder - durch großzügige Bezuschussung dabei den pädagogisch-inhaltlichen Bereich der Arbeit im Haus unterstützt - hier vor allem durch die Finanzierung von Spiel- und Sportgeräten sowie der Ausgestaltung des "Erfahrungsfelds Landwirtschaft". Insgesamt sollen nach Abschluss der Bauarbeiten am Belegtrakt in Haupt- und Querbau 51 Zimmer mit Ein- bis Sechs-Bett-Belegung und damit etwa 170 Betten zur Verfügung stehen. Die sanierte Jugendburg mit den zwei Kirchen und dem Außengelände dürfte auch in Zukunft - wie die Vorbelegungsanfragen zeigen würden - gut belegt sein und ein idealer Ort für die katholisch-sozial orientierte Kinder- und Jugendbildungsarbeit bleiben.