Der 31-jährige Industriemeister Florian Baumgärtner aus Rauhenberg, der Kommandant der Feuerwehr Wüstenstein ist, ist der Spitzenkandidat der offenen Wählerliste Bürgerforum Markt Wiesenttal (BFMW) für die Marktgemeinderatswahl in Markt Wiesenttal im nächsten Jahr. Zur Aufstellungsversammlung in den Gasthof Schoberth waren 26 wahlberechtigte Bürger gekommen, die die Vorschlagsliste mit den 28 Kandidaten und drei Ersatzkandidaten einstimmig absegneten. Auf dem weiteren aussichtsreichen zweiten Platz tritt der 65-jährige Sozialpädagoge im Ruhestand, Hans-Martin Müller aus Niederfellendorf, an. Mit der 61-jährigen Fachlehrerin Anna Hofmann-Vogt aus Wüstenstein kandidiert die erste von zehn Frauen auf dem Wahlvorschlag für ein Gemeinderatsmandat. Die Gruppierung ist darauf stolz, dass sich insgesamt elf Frauen fanden, die zu einer Kandidatur bereit sind. Außerdem kommen die Kandidaten aus fast allen Ortsteilen des Marktes Wiesenttal. Der bisher einzige Marktgemeinderat des BFMW, Karl-Peter Schwegel, steht mit Absicht nur auf Listenplatz 26. Wie Schwegel selbst sagt, wolle er mit fast 68 Jahren jüngeren Leuten Platz machen. Ein Wahlziel, dass der Wiesenttaler Bürgermeister nun hauptamtlich tätig sein wird, habe seine Gruppierung auf seinen Antrag im Marktgemeinderat hin erreicht. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten wollte man aber bewusst nicht aufstellen, da man Marco Trautner von den Freien Wählern unterstützen will. Denn, so Schwegel, man wolle die Zusammenarbeit im Marktrat. Ziel für Schwegel ist es mindestens, die Gemeinderatsmandate zu verdoppeln, also künftig mindestens zwei Räte zu stellen. Dies sei auch deshalb sehr wichtig, meinte Schwegel, weil das BFMW dann Anspruch auf einen stimmberechtigten Gemeinderat in den Ausschüssen habe, in denen vieles entschieden werde. Als Einzelkämpfer war Schwegel zwar bei allen Ausschusssitzungen dabei, durfte aber nicht mit abstimmen.

Die Spitzenkandidaten

Die beiden Spitzenkandidaten Baumgärtner und Müller formulierten auch erste Wahlziele. Ganz besonders wichtig für beide ist ein bürgernaher Gemeinderat und dass der Bürgermeister in Zukunft hauptamtlich ist. "Der Chef muss im Haus sein", sagte Müller. Außerdem sollen die Informationen an die Bürger aus dem Rathaus besser werden. Alle Ortsteile des Marktes will man besser vernetzen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Die Busfahrzeiten vor allem für die Grundschüler, die mit dem Bus bis zu einer Stunde unterwegs sind, müssten ebenso verbessert werden wie die Attraktivität der Gemeinde als Wohnsitz. Dazu gehören vor allem der Ausbau der Infrastruktur wie Internet und Mobilfunk und der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Das BFMW will öffentliche Treffpunkte schaffen, die Straßensanierungen vorantreiben, Gewerbetreibende in der Gemeinde halten und fördern oder Mitfahrbänke aufstellen. Wichtig sei auch, dass Wasser und Abwasser für die Bürger bezahlbar blieben.

Die Liste:

Die Liste des BFMW: Florian Baumgärtner (Rauhenberg), Hans-Martin Müller (Niederfellendorf), Anna Hofmann-Vogt (Wüstenstein), Martin Polster (Birkenreuth), Frank Bürkner (Wohlmannsgesees), Laura Schick (Niederfellendorf), Michael Prechtel (Draisendorf ), Alexander Rupprecht (Wüstenstein), Heiko Braml (Wüstenstein), Stephan Sponsel (Gößmannsberg ), Peter Münch (Wüstenstein), Heidi Rupprecht (Wüstenstein), Benjamin Müller (Oberfellendorf), Andreas Distler (Gößmannsberg), Maria Schwegel (Wüstenstein), Klaus Steeger (Wüstenstein), Hannelore Rupprecht (Wüstenstein ), Sven John (Streitberg), Anna Lämmlein (Wüstenstein), Hans Illgner (Gößmannsberg), Rafael Gebhardt (Wüstenstein), Friedbert Olschok (Niederfellendorf), Verena Rottmann (Gößmannsberg), Ilona Braml (Wüstenstein), Cornelia Baumgärtner (Rauhenberg), Karl-Peter Schwegel (Wüstenstein), Sonja Döhlemann (Draisendorf), Robert Nützel (Wüstenstein); Ersatz: Florian Schick (Niederfellendorf), Christian Baumgärtner (Gößmannsberg), Elisabeth Lieberth (Wüstenstein).